Der frühe Vogel

11. Oktober 2011 § 3 Kommentare

schreit. In diesem Falle Maxe. Gefühlte Zeit: 2.42 Uhr. Ich hole ihn in mein Bett und vermeide den Fehler der vorherigen Nacht: Ich lasse ihn NICHT in meiner Armbeuge schlafen. Unter meiner Bettdecke dreht und windet er sich nämlich wie ein Engerling unter der Erde. Neben mir liegend brüllt er weiter, aber ich zeige ihm knallhart die kalte Schulter und nach gefühlten zwei Minuten gibt er auf und schläft ein.

Um drei Uhr sitzt ein großes Kind in Unterwäsche und mit Wintermütze auf dem Kopf  auf meiner Bettkante und beschwert sich laut und in Tränen aufgelöst darüber, dass ich ihn nicht in mein Bett getragen habe, nachdem er in seinem eigenen Bett eingeschlafen war. Hallooo?

Um vier Uhr steht Sohni im Flur. Ohne Schlafsack und offensichtlich in der irrigen Annahme, es sei schon morgens. Da hat er sich eben schonmal ausgezogen. Warum auch nicht. Bisschen verpeilt sind wir ja heute alle.

Um sechs Uhr erwacht Maxe erneut und will diesmal Frühstücken. Ich halte ihn noch eine Stunde mit der Engerling-unter-der-Erde-Methode hin.

Um halb neun bummelt der kleine Riesensohn ins Wohnzimmer, nachdem ich ihn mit dem Versprechen aus seiner Höhle gelockt habe, ihm die Socken anzuziehen.

Um zehn vor neun sitzt er immer noch mit nacktem Hinterm auf dem Boden und spielt mit dem Bagger. Um neun Uhr muss ich los, Termin wegen der Abschlussarbeit…

Außerdem ist heute eine Email meiner Krankenkassen-Sachbearbeiterin angekommen, die den Eingang meiner Mail vor fünf drei Tagen bestätigt. Sie werde sich der Sache noch einmal annehmen und weitere Informationen einholen. Alles andere schriftlich… Ich harre der Dinge.

Dr. xy hört sich geduldig meine Idee für die Abschlussarbeit an und wird noch mit Frau Hinz und Herrn Kunz darüber reden, wie jetzt genau… aber prinzipiell ist er offen für meine Ideen. Sehr gut.

Und nach meinem mittäglichen Doping (Kaffee mit Haferdrink) beginnt auch schon das Nachmittagsprogramm: Drei Jungs, ein Ball und ich auf dem Spielplatz (meine Kondition wird jährlich besser), Dinkelpizza backen zum Abendbrot und der letzte Krach mit dem kleinen Riesensohn, bevor ich zum Schwimmen (Elisabeth sei Dank, denn der beste Ehemann der Welt weilt auf Dienstreise) aufbreche. Ach, und vorher entrümpeln wir noch den Maulwurfshaufen hinter dem Sofa, den die drei Jungs mit Sorgfalt und Detailversessenheit aus Parkhaus, Spiegel (!), Spielzeugkisten, Holzmurmelbahn, Decken und drei hintereinander aufgebauten Stühlen („Das ist der Eingang, Mama!“) gebaut haben. Also manchmal denke ich…

Ach, und einen Trick habe ich gelernt: Mit Prinzessin-Lillifee-Shampoo können auch kleine Jungs fast ohne Tränen Haare waschen. Und bekommen dabei duftiges Feenhaar.

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§ 3 Antworten auf Der frühe Vogel

  • Andrea sagt:

    Oh je, was für ein Tag!
    Das mit dem Prinzessin-Lillifee-Shampoo muss ich mal testen. Unsere Prinzessin könnte Feenhaar mögen.

  • Es ist mal wieder Vollmond – solche nächtlichen Bewegungen sind bei uns dann auch vermehrt anzutreffen – obwohl es heute früh im Radio wieder hieß, der Vollmond hätte keine Auswirkungen auf uns Menschen. Auf die Tierwelt und die Gezeiten hat er Auswirkungen… naja…

  • Mara Solanum sagt:

    @Andrea: Das war ein Geschenk der besten Freundin, vielleicht hilft das auch schon. Es gibt auch ein Duschbad – mit Glitzer!

    @zwillingspapi: Ja, mir war doch so, dass es heute nacht hell durchs Dachfenster schien. Ächz, hoffentlich wird diese Nacht besser.

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