Diskussion mit einem Zweijährigen

27. Oktober 2011 § 3 Kommentare

„Da!“ sagt Maxe, der auf meinem Arm sitzt und gleichzeitig auf mein Bett zeigt.

Ich schüttel den Kopf: „Nein, Maxe, da!“ Ich zeige auf sein Gitterbett. Eigentlich ist es Sohnis Bett, aber der ist eine Etage tiefer gezogen und schläft im Reisebett.

Maxe schüttelt heftig den Kopf: „DA!“ sagt er laut und deutlich.

Der Vorteil an diesem Zimmer besteht darin, dass es hier zwei große und ein kleines Bett gibt. Man muss ja flexibel sein, was das elterliche Schlafverhalten angeht. Sonst geht man ja unter.

„Maxe hinlegen? DA?“ frage ich den Zwerg, der un.be.dingt in meinem Bett schlafen will.

Maxe schüttelt seinen Dickkopf.

Nachdem er ja bereits Lemming-Sprünge aus seinem Bett durchgeführt hatte (jedesmal begleitet von einem unangenehmen WUMMS!) , habe ich beschlossen, die Taktik zu ändern. Ich schlafe jetzt neben seinem Bett. Beim Einschlafen ging noch alles wie immer. Maxe hinlegen, küssen und er schläft ein. Nach zwei Stunden kommt der Nachtschreck und dann geht es nicht mehr. Maxe schreit. Ich lege mich neben ihm ins große Bett, stöpsel die Ohropax ein und beobachte ihn mit einem halben Auge.

Maxe schreit.

Maxe springt.

WUMMS!

Huch! Ich war zu langsam und fische den Lemming wieder auf. Erstmal auf den Arm zum Trösten. Und Diskutieren. Siehe oben.

„So, Schatz“, beende ich das Gespräch, „ich lege dich jetzt in dein Bett, ich bin ja hier neben dir. Alles ok?“

Wir lassen auch ein Licht durch den Türspalt scheinen.

Maxe schreit. Maxe will springen, mehrmals, aber ich halte ihn rechtzeitig am Schlafsack fest. Er wirft alles aus dem Bett, was er findet: Kuschelbär, Schmusedecke und sogar den Schnuller. Dann wirft er in Ermangelung von Wurfgeschossen sich selbst auf den Bauch und schreit weiter. Taktvoll lege ich ihm Schmusedecke, Kuschelbär und Schnuller neben seinen Kopf und nach einigen heftigen Schluchzern steckt er sich den Schnulli in den Mund. Und schläft ein. Dauer des Wutanfalls? Keine Ahnung. Zehn Minuten vielleicht. Dann schläft er bis zum Morgengrauen und darf dann am frühen Morgen noch in mein Bett, bis wir aufstehen.

Puh, geschafft.

Das war vorgestern nacht.

Gestern nacht verlief es ähnlich, nur dass der beste Ehemann der Welt bei Maxes Nachtschreck ins Schlafzimmer bummelte und tröstete.

„Da!“ sagte Maxe und zeigte auf das Bett, in dem ich in der Nacht zuvor geschlafen habe.

Das scheint ihm zu genügen. Wir hängen noch rasch die Weihnachtslichterkette mit den Tannebäumsche an die Wand, damit es hell ist, falls er noch einmal aufschreckt, aber er schläft bis halb sieben heute morgen. Sehr gut, Maxe!

Leider hatte aber Sohni gestern einen Nachtschreck, hat ein bisschen gekuschelt, hat sich dann brav wieder in sein Bett legen lassen, aber eine halbe Stunde später rief er nach „Maamaaa!“

Wenigstens ist er kein Engerling unter der Erde, wenn er zwischen uns liegt und er wickelt sich auch nicht um unsere Köpfe, wenn er schläft. Stattdessen ist er ein süßer Träumeling. Er dachte sogar, ich würde Witzchen machen, als ich unter ihm nach meinem Ohropax gesucht habe. Kichernde Kinder im Bett sind was feines. Und heute nacht probieren wir weiter.

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§ 3 Antworten auf Diskussion mit einem Zweijährigen

  • MiA sagt:

    Sehr gut!! Alle Daumen hoch =) Ihr macht das prima =) Sofern ich das als Einling-Mama überhaupt behaupten darf, hihi.

  • aleXXblume sagt:

    Wunderbar! Ich hab auch schon solche Kämpfe hinter mir – und was soll ich sagen? Die Kids lernen schnell und nehmen es einem weniger übel als gedacht. Und hinterher fragt man sich dann, warum man das eigentlich nicht schon viel eher durchgezogen hat… 🙂

  • Mara Solanum sagt:

    Puh, glücklicherweise geht es glimpflich ab. Heute nacht waren wieder zwei Kinder in meinem Bett, aber ich habe ihnen striktes Berührungsverbot ausgesprochen. Wieder gut geschlafen 😉

    Jede Nacht ein Abenteuer…

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