Schlafprobleme

12. November 2011 § 3 Kommentare

Hatte ich gestern Nacht. Und außerdem herausbekommen, wie man drei Kinder, die allesamt in Mutters Bett nächtigen wollen, in ebendiesem unterbringen kann. Die Lösung ist total simpel. Aber von vorne:

Stand der Dinge gestern: Der beste Ehemann liegt mit heißem Kopf und zitternden Knien im Bett. Außerdem hat er Montezumas Rache an der Backe, sozusagen.

Also liegt er in Quarantäne und darf keinen Körperkontakt mit den Söhnen haben. Ich darf auch keinen Körperkontakt haben, also übernachte ich bei Maxe und Melek im Zimmer. In der Mitte. Wir haben zwei Betten nebeneinander geschoben, in denen die beiden liegen. Auf den harten Bettkanten zu schlafen, ist ein klitzekleines bisschen ungemütlich, aber es geht, wenn man noch eine Decke in die Ritze stopft.

Leider schreit Sohni irgendwann gegen Morgen, so dass ich ihn auch noch ins Bett hole. Ein grober Fehler, aber rückblickend betrachtet ging es nicht anders, weil Maxe in diesem Moment aufwachte.

Ich verstaue Sohni an Maxes Fußende, schiebe Maxe energisch wieder auf seine Seite, ebenso den kleinen Riesensohn, der im Schlaf ebenfalls in Richtung Mitte gekrochen. In meinem solchererart zurückeroberten Terrain lassen mich die drei bis zum frühen Morgen schlafen (die Betonung liegt übrigens auf früh, was der aufmerksame Leser in den nächsten Sätzen auch von alleine bemerken würde, dennoch bin ich versucht zu schreiben „bis zum sehr, sehr, sehr frühen Morgen“).

Ungefähr um halb vier Uhr wacht Sohni auf. Das macht auch Maxe unruhig und ehrlich gesagt, mich auch, denn ich müsste mal aufs Klöchen, ahne aber instinktiv, dass die Zwillinge mir dann folgen würden und dann wäre sowieso Hopfen und Malz verloren.

Also erdulde ich, dass Sohni auf meiner Brust einschläft, in der Hoffnung, dass Maxe sich dann auch wieder beruhigt. Leider erleidet Maxe einen akuten nächtlichen Eifersuchtsanfall, als ich ihn wieder auf seine Seite schieben will und legt dann seinen Kopf auf meiner Wange ab. Immerhin. Das letzte Mal war es die Nase. Hatten wir das nicht eigentlich schon längst geklärt, Herr Maxe?

Um vier Uhr zehn fängt Sohni an zu brüllen.

Vier Uhr zwölf: Sohni lässt sich durch Kullern beruhigen.

Vier Uhr dreizehn: Maxe brüllt.

Vier Uhr zwanzig: Maxe beruhigt sich.

Vier Uhr fünfundzwanzig: Maxe brüllt.

Vier Uhr einunddreißig: Mase lässt sich durch Kullern beruhigen.

Vier Uhr fünfundvierzig: Maxe brüllt.

Vier Uhr fünfundfünfzig: Der Ehemann steht vor meinem Bett und schaut nach dem Rechten.

Vier Uhr achtundfünfzig: Wir landen in der Küche. Maxe und Sohni brüllen, weil ich im Bad verschwinde und mich auch noch anziehe. Merke: Wer früh aufsteht, hat schlechte Laune.

Fünf Uhr neun: Die Toddler sitzen in Schlafsäcken auf ihren Stühlen und frühstücken. Merke: Wer isst, schreit nicht.

Was dann folgt, ist nicht dazu geeignet, optimistische Menschen zum Fortpflanzen zu ermutigen. Wie gut, dass es Ohropax gibt.

Um halb acht habe ich die Faxen dicke, stecke ich alle Zwillinge in Schneeanzüge und jage sie in die Kälte. Rote Nasen und dampfender Atem bringen sie wieder zur Besinnung und machen mich um ein Grad wacher.

Um acht Uhr dreißig erscheint der beste Ehemann von allen und fragt, ob ich Ablösung brauche. Das ist lieb, aber so wie der aussieht… Gott sei Dank ruft Elisabeth an und fragt, ob sie doch lieber heute als morgen bei uns sitten möchte. Ob das noch ginge?

Und was schreit das Ehepaar Solanum in den Hörer?

„JAAAAAAA!“

„Wann soll ich anfangen?“

„JEEEEETZT!!“

Gerettet. Mal sehen, wie es morgen wird.

Advertisements

§ 3 Antworten auf Schlafprobleme

  • vierachtel sagt:

    Du hast mein volles und aufrichtiges Beileid. Ich nehme das kleine Kind im großen Bett auch gern und regelmäßig in Kauf. Aber es ist nur ein, und es hat zur Not sein Bettchen mit offenem Gitter neben dem Elternbett, so dass wie sie nachts einfach rüberschieben.
    Aber drei! Könnt ihr nicht bettentechnisch anbauen oder es mal mit einem großen Matratzenlager versuchen? Halb vier, das kann doch kein Dauerzustand sein, für keinen!

  • Marc sagt:

    Was für eine absolut schlimme Horrornacht – ich hoffe, die nächsten geben etwas mehr Entspannung und Erholung!

  • Mara Solanum sagt:

    @vierachtel: danke, danke, ich bin ja für alle ideen dankbar. die samstag nacht war natürlich deshalb besonders schlimm, weil der beste ehemann von allen außer gefecht gesetzt war. und zur zeit wachen die zwillinge (zuerst war es nur maxe, jetzt auch sohni) aus irgendeinem grund total früh auf. ich hoffe, das legt sich wieder, sie waren an diesem morgen nämlich total neben der Spur und müde, also eigentlich brauchen sie den Schlaf… ätzend. die letzte nacht war gut, aufwachzeit halb acht. ein tolles gefühl, wenn man wach den tag beginnt.

    @hallo, marc, danke der guten wünsche, ich werde weiterhin protokollieren… liebe grüße

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Schlafprobleme auf Das zweite Kind sind Zwillinge.

Meta

%d Bloggern gefällt das: