Dauerbrenner

16. November 2011 § 3 Kommentare

Ich bin versucht, zwei neue Kategorien einzuführen. Die eine kümmert sich um meine Schlafprobleme, die andere um Eifersüchteleien. Ich brauche nur noch einen knackigen Namen. Oder ich eröffne die Rubrik: „Dauerbrenner“, sozusagen als Oberthema. Darunter könnte ich noch „Bautagebuch“ packen. Aber das ist ja hoffentlich bald vorbei.

Die Schlafprobleme dagegen habe ich ja allnächtlich. Dem guten Rat von vierachtel, doch ein Matratzenlager zu bauen, mit der Mutter als Mittelpunkt, bin ich letzte Nacht gefolgt. Zurzeit übernachte ich in Sohnis Zimmer, zum einen weil Maxe so früh aufwacht (Fünf Uhr!), und ich ihn auf diese Weise nicht höre (Ehemann schläft im Zimmer nebenan). Zum anderen ist in Folge der Dachdeckerarbeiten ein Loch in unserem Schlafzimmer entstanden, welches die Dachdecker freundlicherweise mit einem Stück Folie abgeklebt haben. Das zeigt zwar guten Willen, hilft nachts bei minus vier Grad aber nicht soo gut wie ein gut isoliertes Fenster, das aber bis zum Ende der Woche eingebaut sein soll. Hoffentlich. Der Ehemann hält eisern aus, der kleine Riesensohn hat sich aber dann doch für die luxeriöse Lösung mit Heizung entschieden: Sohnis Zimmer.

Also liege ich auf meiner Matratze, die auf dem Boden liegt, Melek schläft im großen Bett und Sohni im Reisebettchen neben mir, und wir alle schlafen bis ein Uhr neunundfünfzig. Da wacht Sohni auf und weint. Also, er wacht nicht eigentlich auf. Er weint im Schlaf. Ich kullere sein dunkelhaariges Köpfchen, und er beruhigt sich. Ich krieche wieder zwischen die klammen Laken. Sohni heult. Kullern. Ruhe. Hinlegen. Heulen. Ich schwanke zwischen „Ich will endlich mal ein Bett für mich haben!“ (ich würde sogar unter der Treppe schlafen, wenn das was brächte) und „Gib Ruhe, ich will weiterschlafen!“.

Sohni heult und wirft (im Schlaf!) seinen Nulli aus dem Bett. „Matratzenlager!“ schießt es mir da durch den Kopf.

Ich hole Schaffell und eine dicke Decke und bereite ein Lager an meinem Kopfende. Sohni zieht um – und beruhigt sich! Genial!

Leider entdeckt er dann noch die Autos auf dem Boden neben sich und spielt noch ein wenig („Morgen Autos wegräumen“, notiere ich mir im Geiste), doch dann schläft er ein. Gegen sieben darf er kuscheln kommen. Melek kommt dann auch hinzu und zu dritt ist es doch ein wenig eng. Aber wir stehen ja sowieso gleich auf.

Im Geiste bastel ich ein Zimmer aus Matratzen. Meinetwegen können die kleinen Nachträuber ja in meiner Nähe schlafen, solange ich genügend Schlaf bekommen. An ein aufregendes nächtliches Liebesleben glaube ich ja sowieso nicht mehr bzw. greife auf die winzige Schnittmenge von Kindergartenbetreuung und Urlaubstagen zurück.

Ja, so könnte es gehen! Vielen Dank, vierachtel!

Das andere Thema, das mit der Eifersucht ist wohl ein Y-Chromosom-Thema. Ich könnte mir vorstellen, dass die Steinzeitmänner die Steinzeitdamen noch mit Muskeln, handwerklichem Geschick und einem prächtigen Fortpflanzungsorgan entzücken konnten (sexuelle Selektion & female choice). Dann kam ja die Sache mit den Autos (ich überspringe ein paar Zeitalter), heute ergänzt von winzigen kleinen Dingerchen, die alles können, außer Kuchen backen, und antiproportional zur Größe ne Mange Geld kosten (nd sie beeindrucken die Weibchen nur geringfügig. Jedenfalls die nahe der Menopause). Bei kleinen Männern drückt sich das Wettbewerbsgehabe ähnlich aus und noch geht es ja um die Gunst der Mutter, nicht um die der zukünftigen Partnerin. Und sieht dann so aus:

„Mama, ich kann schöner malen als die Babys, oder?“

„Aber ich habe mich zuerst entschuldigt!“

Ich darf ins Kindertheater und du nicht!“

„Ich kann schon Kuchen backen!“ usw. usf.

Und als ich den kleinen Riesensohn letztens darauf hinwies, wie süß der Maxe aussieht, wenn er schläft, schaute Melek mich besorgt an und fragte: „Aber ich schlafe süßer, oder Mama?“

Love them all.

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§ 3 Antworten auf Dauerbrenner

  • 🙂

    Sehr schön ge-/beschrieben – besonders der Schlafwettbewerb. Ich habe auch zwei Jungs (2+4), aber bis jetzt zeigt sich die Eifersucht nur daran, dass immer und grundsätzlich beide getragen oder beide auf meinem Schoß sitzen wollen

  • Katrin sagt:

    Hallo liebe Zwillingsmama,
    Ich mag deinen Schreibstil echt sehr gern. Macht Spaß zu lesen. Ich bin froh, wenn ich 2x im Monat bloggen kann – woher nimmst du die Zeit?? Das frage ich mich wirklich. Hast du permanent Hilfe? Ißt du nicht? Reichen dir 4std Schlaf? 😉
    LG Katrin

  • Mara Solanum sagt:

    @Mama Schlaflos: Na, das ist ja fast wie Zwillinge 😉 , die Eifersucht ist auch noch nicht so lange da und ab und an macht sie auch Urlaub. Liebe Grüße in euer Nest sende ich euch 🙂

    @Katrin: Hallo, Katrin, zu erst einmal: Herzlich Willkommen hier im Blog. Ja, ich habe Hilfe (Elisabeth), ich arbeite zu Hause (selten Fahrtwege) und Bloggen ist wie Stricken – total entspannend. Liebe Grüße in euren Blog, ich habe gestern schon einmal hineingeschnuppert. 🙂

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