Unser Bett war unsere Burg.

5. Dezember 2011 § 3 Kommentare

Ein Umfrage unter den Eltern unserer Umgebung hat ergeben, dass 99% der Zwerge in den Ehebetten nächtigen.

Einige übernachten dort, seitdem sie winzige Pünktchen waren.

Baff erstaunt frage ich den Vater, der mir dies soeben erzählt hat:

„Und wie habt ihr Antonia (=zweites Kind) hinbekommen?“

„Ja, also“, sagt der, „das war Zufall.“

Das letzte Prozent entert spätestens um sechs Uhr morgens die Burgmauer.

Der allerbeste Ehemann von allen und ich sind in uns gegangen und haben unsere Möglichkeiten analysiert:

Möglichkeit 1:

Wir verteidigen weiterhin unsere Burg.

Möglichkeit 2:

Wir schütten den Teer weg.

Möglichkeit 3:

Wir teilen uns und die Brut in zwei Zimmer auf.

 

Diskussion:

ad 1:  In den letzten Monaten waren unsere Bemühungen von geringem Erfolg gekrönt. Nächte voller Kämpfe machen auch die Verteidigung schwach, vor allem da die Eroberer ihre Gitter mittlerweile überwinden können bzw. in gitterlosen Betten schlafen. Bei einem Eroberer gegen zwei Verteidiger gab es kurzzeitig Siegeschancen für die Burgbewohner, zumal der Eroberer es jahrelang nicht geschafft hat, über die Gitterstäbe zu türmen. Eine letzte Zählung der feindlichen Truppen hat jedoch eine starke Zunahme der Eroberer ergeben.

ad 2:  Zu fünft in einem Bett macht unruhige Nächte. Für alle Einheimischen. Nicht für die Überwinder. Die schlafen ruhig auf Elternarmen.

ad 3: Wir überlassen die Burg einem oder zwei Eroberern und opfern den Burgherren, also den Ehemann, der im Ehebett verweilt. Die andere Hälfte der Burgbesatzung zieht in die Außenstelle, wo sie sich das Matratzenlager mit einem oder zwei Feinden teilt.

Ergebnis:

„Du“, sagt der beste Ehemann von allen, „ich finde, wir lassen das jetzt so. Irgendwann werden sie nicht mehr bei uns schlafen wollen, und dann ist das doch auch irgendwie schade.“ „Hm“, gebe ich zu, „ist ja auch irgendwie süß, dass sie sich so wohl bei uns fühlen.“ Sehnsüchtig sehen wir uns an.

Mein Außenlager ist auch gemütlich. Links und rechts von mir atmen zwei Kinder im tiefen Schlaf. Und seitdem sie wissen, dass dies jetzt mein fester Platz ist, schlafen sie auch durch. Nur morgens um sechs gleiten sie lautlos unter meine Decke. Liebe tanken.

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§ 3 Antworten auf Unser Bett war unsere Burg.

  • Schön zu sehen, dass wir Eltern doch irgendwie alle ähnliche Probleme haben – auch wenn es bei uns nur eine kleine Störerin ist, die kurz nach Mitternacht unter irgendwelchen Vorwänden zu uns umzieht. Wir lassen sie erstmal auch gewähren, denn da habt Ihr Recht: es ist schon süß.

  • Andrea sagt:

    Wir waren bei der Burgverteidigung leider auch nicht besonders erfolgreich, haben es aber zum Glück nur mit einem Eroberer zu tun, und der kommt nur nach bösen Träumen. Irgendwie bin ich dann hin und her gerissen zwischen „Ich hätte gern ein wenig Schlaf und weniger Arme im Gesicht“ und „Eigentlich ist es doch ganz schön“.
    Ich füchte, Eltern haben manchmal einfach nicht die Wahl 😉

  • mara sagt:

    Daher unser Matratzenlager. Meine Theorie ist, dass sie jetzt wissen, wir schlafen neben ihnen und uns daher nicht mehr nachts zwanghaft festhalten müssen = genug Schlaf für alle. Aber weniger Zweisamkeit 😦

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