Kur Ade

20. Januar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Hier noch ein paar Erinnerungen…

Die neuen Kur-Mütter sind da. Am Mittwoch angekommen. Das bedeutet, es gibt viele neue und drei „alte“ Frauen, die hier auf dem Gelände unterwegs sind. Das ist ein bisschen seltsam, weil man weiß, vor drei Wochen erging es mir hier genau so: Wo ist die Bäderabteilung? Wo findet das Ressourcentraining statt? Wie heißt die Frau im Büro nochmal? Man sieht auch angespannte Gesichter und hört leider auch einige Beschwerden. Die tun mir besonders weh, weil ich in den drei Wochen so viel Respekt und Anteilnahme, schöne Gespräche und Hilfsbereitschaft erfahren habe, dass ein fehlender Fön im Zimmer mir so was von unwichtig erscheint…

Da wäre die Sache mit Hasi zum Beispiel. Am Mittwoch war Hasi verschwunden und meine Versuche, Maxe mit Ratte Eins und Ratte Zwo ins Bett zu schicken, scheiterten kläglich. Zuletzt ward Hasi im Kinderhaus gesichtet. Ich entschließe mich also den Notruf zu tätigen, den ich zuletzt anrief, weil Melek sich im Klo eingesperrt hatte und alleine nicht wieder herauskam. Glücklicherweise hatte Frau Bonsai eine Zange im Büro, mit der wir die Klotür von außen wieder aufbekamen.

Am Mittwoch ist Frau Langen-Helming im Besitz des Notfallhandys und sie eilt durch Nacht, Regen und Wind todesmutig über den Platz zum Kinderhaus, während ich mit Maxe vor seinem Gitterbettchen warte, nicht ohne sich zuvor über Hasis Aussehen zu informieren.

„Also“, beschreibe ich, „Hasi ist ungefähr zwanzig Zentimeter lang und könnte auch als Hund durchgehen. Er ist ziemlich schlapp und hellbraun.“

„Und aus welchem Material?“ fragt Frau Langen-Helming.

„Mmh“, sage ich, „keine Ahnung, aber er ist einfach unschlagbar kuschelig und weich.“

„Frau Andersen“, verspricht Frau Langen-Helming, „ich werde Hasi erkennen.“

Als sich längere Zeit nichts rührt, wickel ich das Kind in eine Decke und eile, mit Melek im Schlepp, ebenfalls zum Kinderhaus. Frau Langen-Helming steht im Kleinkindbetreuungsraum und wirkt ratlos.

„Ich habe in alle Schränke geschaut“, sagt sie, „kein Hasi…“

Maxe guckt traurig.

„Weißt du, wo Hasi ist?“ frage ich meinen Sohn.

Kopfschütteln, aber dann entdecken wir das Pferd. Es ist himmelblau mit Glitzer, aus Plastik und mit Goldsträhnen in Schweif und Mähne.

Maxes Augen leuchten. Ich versuche es noch halbherzig mit einem Kuschelbären als Ersatz, aber Maxes Herz schlägt nur noch für Pferd, wie ich es von nun an nenne.

Wieder im Zimmer, geht Maxe mit Pferd freiwillig ins Bett und schläft glücklich, ein Händchen um einen goldenen Huf geschlungen, ein. Melek will Pferd auch haben.

„Mama“, flüstert mein großer Sohn, „Maxe hat mit dem Pferd gegen sein Bett gebollert. Jetzt muss er es abgeben, ne? Dann kann ich es haben!“

Hallooo?

Mit Pferd war die Nacht – fast – gerettet, zu blöd nur, dass Plastik hart ist und wehtut, wenn man nicht aufpasst. Dann wachen kleine Jungs auch auf. Und müde Mamas schleppen das Kind wieder ins Bett.

Aber seht ihr, wie nett die Kurbetreuung ist? Und das war nur ein kleines Beispiel…

Hasi ist auch wieder da. Er saß hinter dem Vorhang auf der Fensterbank. Im Kleinkindbetreuungsraum. Dieser Schlingel.

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