Konzeptionstag, der Erste

9. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Ist um. Mein Lichtblick namens Elisabeth ist eine Stunde zu spät aufgetaucht. Selbstmord. Nicht Elisabeth, irgend ein armer Lebensmüder hat sich die S-Bahn zum Sterben ausgesucht .

Schnell zum Kinderarzt, U9, Gehör testen, Augen testen, Kreis malen, Kreuz malen, Viereck malen, Männchen malen. Kopf, Bauch, Beine, Augen. Fehlt noch was? Die Haare. Noch was?

„Nee.“

Ist das derselbe Junge, der mich korrigiert hat, als ich die Brille des besten Ehemannes der Welt gemalt habe?

„Mama! Da fehlen noch die Dinger da an der Brille!“ (gemeint waren die Stege)

 Und ob er sich schon alleine anziehen könne? Wenn er wolle, natürlich.

Ja, könne er. Sogar wie der Blitz. Und neuerdings auch ohne Aufforderung. Laute Oh-Rufe der goldigen Arzthelferin, was er schon für ein großer Junge wäre. Wir platzen vor Stolz. Und den Reißverschluß? Ob er ihn schon selber zumachen könne? Er kann, und ich staune Bauklötze.

Den Rest holen wir am Montag nach. Da geht es dann u.a. darum, ob er altersgerecht sprechen kann. Ich bin mir sicher, er kann. Auf dem Rückweg erklärt er mir nämlich, wenn man ein Problem hätte oder sich an irgendwas nicht erinnern könne, dann müsse man nur logisch nachdenken.

„Und weißt du, wie?“

„Na?“

„Im Köpfchen.“

Logisch.

Dann gehen wir beiden Wasserratten noch schwimmen und während ich ein bisschen aquajogge, spielen wir Ball. Das Bewegungsbad befindet sich in Wurfweite des Babybades, in dem sich der kleine Riesensohn angelegentlich aufwärmt. Keiner schimpft, als wir den Ball hin- und herwerfen, es ist auch sonst kaum jemand da.

Und als wir endlich heimkommen, liegt heimeliger Schnee auf den Straßen, wir gehören nämlich zu den wenigen Regionen, die bisher schneelos geblieben sind. Das Schippen verschiebe ich auf morgen, bei Nullkommafünf Zentimetern lohnt sich das noch nicht, finde ich. Außerdem ist der Schnee bis morgen wieder weg, so wie ich die Gegend hier kenne.

Morgen ist wieder Konzeptionstag, aber dann rettet mich der beste Ehemann der Welt. Da ist sogar ein Stündchen Kaffeetrinken drin, Elisabeth hat nämlich auch Dienst, und das Ehepaar Solanum wird dann im Cafè entschwinden. Kleine Oasen des Alltags.

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