Mal eben schnell…

29. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich will mehr Schreibtischzeit!

Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich mir heute den Wecker auf sechs Uhr gestellt. Um sechs Uhr zwanzig habe ich mich heimlich aus den Decken gewickelt und habe das Frühstück vorbereitet. Grießbrei mit Vanillesojamilch schmeckt gut, auch wenn man ganz, ganz wenig Zucker hineintut. Die Vanille süßt schon genug. Irgendwie muss ich ja die Sojamilch verbrutzeln, die mein Körper nicht mehr akzeptiert.

Um sechs Uhr dreißig hat die Brut Lunte gerochen.

„MAMAAAA!“ schreit es empört von oben, „WO BIST DU?“

„Küche!“ rufe ich zurück und rühre in der blubbernden Masse, „ich koche Grießbrei!“

„Ohne mich???“

Tja, ohne Riesensohn. Wie kann ich nur? Immerhin kann man den kleinen Riesensohn damit glücklich machen, dass er von nun an rühren darf. Dann meckert er wenigstens nicht.

Der nächste schreit. Maxe.

„WUUAAAAÄÄÄÄHHHHAAAAAAAA!!!“

„Maxe, komm einfach die Treppen runter!“ rufe ich.

Sohni ist schneller und wird in Richtung Wickeltisch umgelenkt.

Maxe schreit! Er will zuerst. Aber jetzt ist Sohni dran.

„Schatz“, sage ich zu Maxe, „du bist direkt danach dran. Ich kann verstehen, dass du wütend bist, weil du der Zweite bist, aber andererseits ist mir das entschieden zu laut. Du kannst hierbleiben, wenn du leise bist, oder in den Flur gehen, wenn du weiter weinen willst.“

Boh, bin ich pädagogisch, denke ich im Stillen, gleich umgesetzt, was der „Starke Eltern – Starke Kinder“-Kurs gelehrt hat.

Maxe brüllt.

Ich setze ihn in den Flur.

Maxe brüllt. Wird leiser. Hört auf. Geht spielen. Puh.

Irgendwann viel später, als alle Kinder dicke Grießbreibäuche haben (mmh, schmeckt lecker mit diesen Babyobstgläschen), angezogen und die Kindergartenbrote geschmiert sind, marschieren wir los. Achnein, vorher kommt noch Herr Zaun, um einige Bauarbeiten abzuschließen. Ich lasse ihn ein, damit er werkeln kann.

Dieser Herr Zaun wundert sich, dass ich soo lange wegbleibe, ich wollte doch nur die Kinder… ?

„Das liegt daran“, erkläre ich, „dass beide Zwillinge mal eben im Kindergarten eine volle Büx produziert haben. Und dem Großen hatte ich noch eine Geschichte versprochen.“

Herr Zaun steht nämlich vor dem Zaun und wartet auf meine Unterschrift.

Glücklicherweise hat er selbst drei Kinder und weiß, wie der Hase läuft. Er lacht. „Gleich beide auf einmal!“ Der Gedanke macht ihm sichtlich Spaß. Naja, denke ich, solange beide gesund sind, sollen sie volle Büxen produzieren, wie sie wollen.

Dann hetze ich zum Arzttermin. Dann wage ich etwas zu essen. Und nun sitze ich hier.

Gestern bin ich immerhin auf meine Soll-Stundenzahl gekommen, weil ich alle Kinder nacheinander in die Wanne gesteckt hatte, während der beste Ehemann der Welt auf die zwei nicht Badenden aufgepasst hat. Ich stecke gerade im synaptischen Spalt und beschäftige mich mit der spannenden Tatsache, dass unser Gehirn (auch im Alter, hehe) ein Phänomen aufweist, das neuronale Plastizität heißt. Das kann man prima lernen, während Sohni plantscht, Maxe schüttet und Melek sich tauchen beibringt.

Ob ich wohl heute auf meine Stundenzahl komme? Morgen stehe ich dann wohl um fünf auf.

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