Bauchweh

6. März 2012 § 2 Kommentare

Bauchweh hat der kleine Riesensohn. Gestern auch schon. Blass lag er auf dem Sofa und vorsichtshalber habe ich eine Plastikwanne vor ihm hingestellt.

Sohni und Maxe sind schon im Kindergarten, und Melek will zu Hause bleiben („Ich bin doch krank, Mama! Der Bauch tut noch mehr weh als gestern!“), gleichzeitig will er aber Milch und Käsebrot und reagiert sauer, als ich ihm erkläre, dass kranke Bäuche nur Knäckebrote und Tee haben dürfen.

Es dauert ein bisschen, bis der Groschen fällt: „Brauchst du vielleicht einen Mama-Melvin-Tag?“ Der kleine Riesensohn strahlt über das ganze Gesicht und beisst mit Genuss in sein viertes Knäckebrot: „Heute?“

„Naja“, sage ich, „ich muss erstmal mit Papa telefonieren, ob er heute nachmittag zu Hause ist.“

Aber ist das schon alles?

„Sage mal“, frage ich nach, „gibt es etwas im Kindergarten, was dich ärgert oder dir Angst macht?“

„Der Bente“, kommt es aus ihm raus, „der hat uns geärgert!“ Es folgt eine längere Geschichte, voller Empörung vorgetragen.

„Das darf man nicht, oder Mama?“

„Nein, Zwerg, das darf man nicht. Und was habt ihr dann gemacht?“

„Ich hab gesagt, der darf das nicht.“

„Und dann?“

„Der hat nicht auf uns gehört!“

„Und was ist dann passiert?“

„Wir sind woanders hingegangen.“

Aha, da liegt der Hase im Pfeffer. Das würde auch die nassen Hosen der letzten Woche erklären. Sowas passiert eigentlich nur, wenn der kleine Riesensohn Kummer hat.

„Schatz“, versuche ich zu erklären, „wenn jemand dich ärgert und der hört nicht auf, dann gehst du zu einer Erzieherin und die hilft dir dann. Hast du das schonmal gemacht?“

Melek schüttelt den Kopf.

Ich weiß ja, dass er schon Probleme hat, einer Erzieherin zu sagen, dass er mal auf´s Klo muss, wenn die Kinder draußen spielen. Das übersteigt wohl gerade seine Kapazität.

Ich rede also mit der Erzieherin der Säbelzahntigergruppe, er will das nicht, aber ich erkläre ihm, dass man das sagen muss, wenn man Probleme hat. Er will aber nicht dabei sein, und deshalb gehe ich alleine mit Frau Unglaublich hinaus in den Flur.

Sie sieht es wie ich, Bente ist ihr ein Begriff, und sie will in der Gruppe über das Problem reden, aber eher allgemein: Was tun, wenn jemand mich ärgert?

Das Leben im Kindergarten kann auch Angst machen. Mein kleiner Zwerg. Besorgt sitze ich über meinen Papern und leide mit.

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