Unruhige Nächte

13. März 2012 § 3 Kommentare

Gestern hatte ich die Bande mit Hilfe von Laura´s Stern schon um 19 Uhr in den Betten. Vorsorglich löschte ich das Licht während der Vorführung und verteilte die Pabobos auf den entsprechenden Kissen, ebenso weitere wichtige Einschlafutensilien.

Nach dem Zuklappen des Computers ordnete ich die Kinder den passenden Kissen zu und legte mich in meine. Aah.

Nach kleineren Zwischenfällen (Sohni trat Maxe, Melek fand mich gemein, weil ich ihm keinen Arm geben wollte und Maxe fragte nach „Papa?“) lagen sie ruhig. Ungefähr eine Minute. Dann warf Sohni seinen Schnuller fort und brüllte.

Denkste, dachte ich, heute gibt es die Ignorierstrategie. Ich zählte also innerlich die herzbewegenden Schluchzer mit, entschlossen bis 150 durchzuhalten, bevor ich eingreifen wollte. Er kam aber meistens nur bis ungefähr 40. Pause. Erneutes herzergreifendes Schluchzen. Und dann gab er auf. Nach einigen Minuten Stille schaute ich im Schein der Handytaschenlampe nach: Sohni schlief mit Schnuller, den er sich wohl im Schein des Pabobo Nomade wieder zurückerobert hatte, hatte sich zugedeckt und sah, soweit ich das beurteilen konnte, friedlich aus.

Nächte zuvor habe ich ihn immer brav zugedeckt, noch einmal den Schnuller angereicht, noch einmal zugedeckt usw. Nun im Zuge unseres Liebling-wie-kriegen-wir-die-Kinder-aus-unserem-Bett-Projektes haben wir Hürde Eins also geschafft: Sohni hat gelernt, dass er seinen Schnuller selber wiederfinden muss und kann. Hoffentlich weiß er das heute nacht auch noch.

Nachdem Sohni eingeschlafen war, erwachte Maxe und weinte nach Papa. Außerdem wollte er zu Elisabeth (???). Ein Glas Wasser, Kopfstreicheln und Zudecken brachte ihn dann aber wieder ins Schlummerland. Bis ca. Mitternacht litt ich unter Schüttelfrost, danach brach eine Hitzewelle aus. Mit einer Schmerztablette und einem Glas Wasser schlief ich dann bis sechs Uhr oder so, jedenfalls bis Sohni unter meine Decke schlüpfte.

Melek behauptete nach meinem Anblick, auch krank zu sein, ja mehr noch: er sei auf jeden Fall noch kränker als ich, fühle sich nach Kotzen und könne unmöglich in den Kindergarten. Ein guter Appetit, ungebremste Dichttätigkeiten und fröhlicher Gesang entlarvten ihn jedoch als Hypochonder, und ich gab ihn in die Säbelzahntigergruppe, wo ich die Erzieherin instruierte, sie könne mich natürlich anrufen, wenn es ihm irgendwie nicht gut gehe. Bis jetzt blieb das Telefon still.

„Was kann ich denn für Sie tun?“ fragte eine Stunde später die beste Hausärztin der Welt, weigerte sich aber, Dopingmittel auszuteilen. „Ich brauche nur was zum Aufpeppen für die Zeit von 16 bis 20 Uhr!“ bettelte ich, aber sie kannte kein Erbarmen, nicht einmal Penicillin bekam ich, nur einige lumpige Ib*profen, die man selbst bezahlen muss.

Auch der Apotheker, der mich fragte, ob er noch etwas für mich tun könne, zuckte nur bedauernd mit den Schultern. Er sei auf einem Seminar und könne deshalb leider nicht babysitten, versprach aber, sich zu melden, wenn das Seminar ausfallen solle. Warum fragen die denn, wenn die sowieso nicht tun, was ich möchte, dass sie für mich tun?

Schließlich fragte ich einen guten Bekannten (wir haben uns gemeinsam auf diesen Begriff geeinigt), ob er heute abend zur Unterstützung…?

Ja, er könne, und kommt um 16 Uhr, wenn es Zeit ist, die Kinder abzuholen.

Nach meinem spontanen „Ich liebe dich!“ unterbrach er die folgende, ein wenig peinliche Stille mit den Worten: „Ich weiß ja, wie du das meinst.“

Der Abend wäre also halb gerettet. Hoffentlich machen die Kinder mit und schlafen ausnahmsweise einmal durch, und hoffentlich lässt der Schüttelfrost mich in Ruhe. Und jetzt schließe ich die Augen und erhole mich – bis 16 Uhr, dann gibt es noch eine Ib*pr*fen und die rettet hoffentlich die andere Abendhälfte.

 

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