Streiktag

22. März 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der kleine Riesensohn hat mir das mit dem Streiken so erklärt:

„Die Erzieherinnen wollen mehr Geld und deshalb gehen sie zu so einem Umzug und dort pfeifen sie und haben Plakate, die sie so schwingen. Mama? Wenn wir die unterwegs treffen, dann gebe ich den Erzieherinnen zwei Euro.“

Der Apotheker hat mich übrigens wieder erkannt, als ich vorgestern die Neurodermitissalbe für Maxe bestellte:

„Und, haben Sie noch einen Babysitter gefunden?“ fragte er.

„Morgen hätten Sie noch eine Chance“, erwiderte ich, „da streikt der Kindergarten. Wie wär´s?“

Er lehnte ab.

Der Vortag des Streiktages endete wie meist mit einer Fragerei („Mama, hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, dass lebendige Raumschiffe größer sind als eine Wohnung?“) und ging in eine typische Maxe-Nacht über (Mitternacht, halb zwei, fünf).

Am Morgen enthielt mein Kopf fünf Zentner nasse Watte, die Sinusitis ist zurück.

Meine Schwester hat die Theorie, dass Krankheiten auch seelische Pendants haben, die sich in allgemeinen Metaphern widerspiegeln. Bei mir wären das dann folgende:

Ich habe die Nase voll Schnodder.

Die Nasennebenhöhlen sind Ich bin dicht.

Und: Mir platzt gleich der Schädel.

 

Der Morgen startete dann aber erfreulich gut. Marlene rief an. Ob wir uns nicht auf dem Spielplatz treffen wollen, bei ihr um die Ecke. Sie bringe Kaffee und Brötchen mit.

Großartig! Nach einem desaströsen Frühstück Schon bald waren die Kinder ausgehfertig (ich auch, aber ohne ausgeh) und warteten an der Bushaltestelle auf den Bus, bis uns eine freundliche Passantin darüber aufklärte, dass auch die Busfahrer streikten.

„Was haben denn die Erzieherinnen mit den Busfahrern zu tun?“ fragte ich entsetzt-erstaunt.

„Naja, die Stadt streikt.“

Ein guter Zeitpunkt, um auf den totalen Energiesparmodus zu wechseln.

Zum Bäcker, um uns für den nächstgelegenen Spielplatz einzudecken. Dort trafen wir Frau Mountana, eine Erzieherin im Erziehungsurlaub. Ich bewunderte das Kind, und wir plauschten, bis Melek mich darüber informierte, dass Sohni bei De*chm*nn auf dem Boden liege und heule. Und darüber, dass er schonmal zu Haundem ginge, um Filme zu gucken. Okeee.

Nach einem kurzen Trost rannten die Zwillinge davon.

Und dann waren sie weg.

Ich hatte nur einen ganz kurzen Blick auf die neue Frühjahrskollektion geworfen. Schande auf mein Mutterhaupt.

Also Plan erstellt:

Systematisch Haundem durchsuchen.

Radius erweitern.

Beliebte Orte scannen (Rolltreppe, Geldfresserautos vor der Tsch*bo-Filiale, DM, das kennen sie ganz gut, besonders das Keksregal).

Die Straße.

Die Lokomotive.

Und da waren sie, nicht auf der Lokomotive, sondern daneben und räumten gerade das Sandspielzeug aus den Auslagen des Spielzeuggeschäftes.

GOTT. SEI. DANK.

Erstmal ein Eis für jeden.

Danach Kartoffelschnitzen bei Nord*see.

Auf den Spielplatz mit Wickelzwischenstation im Park.

Um halb sechs waren wir wieder zu Hause.

Um sieben im Bett.

Um elf war der beste Ehemann der Welt zu Hause und entfernte Maxe von meinem Kissen.

Um neun Uhr stand ich wieder auf.

Und schrieb meinen Erlebnisbericht. Neben Melek, der über Bauchschmerzen klagt…

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