Der Bütz und die Frühlingskinder

27. März 2012 § 2 Kommentare

Eben habe ich bei Frau Kugelhoch gelesen, die so schön ihre Maus beschrieben hat. So ausführlich schaffe ich es jetzt nicht, aber der Gedanke kugelt so schön in meinem Kopf herum.

Der kleine Riesensohn, die ersten Wochen und Monate nur Bütz genannt, ist jetzt…

selbständig und wird es immer mehr. Weiß, wo seine Sachen liegen, will allein zum Kindergarten gehen, kauft Brötchen am Samstag (mit Zettel), besucht seine Freunde, denkt allerlei nach, füllt seinen Gedächtnisspeicher, ist liebenswürdig und schmusig, kuschelt gern und ist hilfsbereit. Klar kann er auch wütend sein, dann haut er seine Brüder und seitdem ich ihm gesagt habe, dass ich nicht schimpfe, aber wissen will, was passiert ist, wenn Sohni in Tränen aufgelöst im Wohnzimmer steht oder Maxe wütend kreischt, dann erzählt er mir das umstandslos: „Ich wollte den Bagger haben und da habe ich zu Maxe gesagt, wenn du mir den nicht gibst, dann reisse ich ihn dir aus der Hand!“ Oder im Falle von Sohni: „Ich habe ihm gesagt, dass er erst seine Gummistiefel ausziehen soll, sonst macht er noch das ganze Wohnzimmer schmutzig!“ (Ja, aber muss man den kleinen Bruder deswegen anschreien?)

Statt Strafe (die doch nur zum Lügen führt) reden wir dann darüber, was er das nächste Mal anders machen könnte.

Und er ist hartnäckig, wenn er abends noch eine Geschichte hören will, die ich mir ganz spontan ausdenken soll. Ächz. Wenn das irgendwie geht, mache ich das auch, ich schmuggel dabei auch die Erlebnisse des Tages ein, aber mit einem Kopf wie ein Heißluftballon oder einem Müdigkeitspegel so hoch wie der Mount Everest schaffe ich das einfach nicht… Manchmal drohe ich ihm dann damit, ihn ein Stockwerk tiefer zu verbannen… Fies, aber manchmal bin ich dann einfach nur noch am Ende.

Die Zwillinge waren Frühlinge, so hat ein Bekannter sie genannt; inzwischen sind sie eher Spätlinge: Spät gelaufen, spät lernen sie sprechen („Tee emacht! Tee heiß!“), spät krabbelten sie.

Maxe ist ein stämmiger kleiner Kerl, kein Grämmchen Speck, aber Muskel und Schwergewicht, ein kompakter kleiner Körper, der sich seidenweich in die Kissen bettet, wenn man ihn fragt, ob er gekullert werden will. Dann schiebt er sich sein Hemdchen hoch und hält ganz, ganz still. Das häufigste Wort ist „Mein!“ oder „Meiner!“, je nachdem. Dieses Wort und auch das Wort „Nein!“ ist für zweite Kinder besonders wichtig… Heute morgen war er so wütend, dass er das Glas mit dem Schokoaufstrich nicht an seinem Platz deponieren durfte, dass er nicht mehr in der Lage war zu frühstücken. Mit Hasi und Bär und einem blauen Nucki saß er im Hof, angeschnallt im Kinderwagen, und beruhigte sich allmählich. Er ist ein witziger Kerl, lacht, hat Spaß, setzt sich durch, kuschelt und wenn wir zwei Streit haben, weint er herzzerreissend nach „Papa!“

Sohni, unser Hänfling, ist ein solcher geblieben. Die Blutwerte sind schon seit letztem Jahr in normalen Bereichen angekommen, er isst Fleisch (Eisenwert) und am liebsten Käsebrot, wie der große Bruder. Maxe mag ja mehr so Marmeladiges und, wenn es das grad gibt, eben auch Schokobrot. Sohni hat einen geschickten linken Haken (oder rechten? Mh?), macht Witzchen und schmust und küsst wie ein Profi, zum Küssen nimmt er sogar den Schnuller aus dem Mund, der sein liebstes Ding ist, während Maxe mit Schnuller küsst und dabei Schmatzgeräusche imitiert. Sohnis Schmatzgeräusche sind echt, Lippe auf Wange, und wenn man „eiiiins, zweiii, dreiii“ ruft, dann drückt er sich mit seinen weichen, warmen Ärmchen um unsere Hälse, presst seine Jungenwange an unsere und das ist so wunderschön, dass wir gleich noch einmal „eiiiins, zweiii, dreiii“ rufen. Sohni hängt gerade mit aller Leidenschaft bei mi und war als einziger beleidigt, als wir uns am Samstag auf den Weg in Wellness-Paradies machten.

Und zusammen? Umwerfend süß, umwerfend wunderbar, umwerfend zum verlieben. Und jetzt aber los, die Herde abholen…

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