Das Baby im Korb und die zehn Fürchterlichkeiten oder: Der wundersame Auszug.

21. Mai 2012 § 2 Kommentare

Am Freitag abend verkündete der kleine Riesensohn: „Mama, ich habe eine gute Idee. Ich schlafe ab heute in meinem Zimmer. Und meine Kisten nehme ich mit. Dann kann ich mich gleich nach dem Aufstehen anziehen und bin dann schon fertig.“

Zur Information für die sporadischen Leser dieses Blogs:

Seit einigen Monaten nächtigt das Ehepaar Solanum getrennt, und zwar Herr Solanum im Ehebett mit Maxe (auf meiner Seite!), die Dame des Hauses im Kinderzimmer im mittleren Bett. Rechts Sohni, links Melek. Mit dabei: Diverse Bobos (Pabobos), Nuller (Schnuller) sowie Hasi und Wauwau etc. (Kuscheltiere). Die oben erwähnten Kisten enthalten Meleks Kleidung. Aus praktischen Erwägungen (drei Stockwerke) sind die aktuellen Kinderhosen, -pullis usw. in einem Regal im Spiele-, Wohn-, Esszimmer untergebracht.

Zurück zum wundersamen Auszug des großen Riesensohnes.

Ein „Aha“ entringt sich meiner Kehle. Nicht besonders enthusiastisch, ich gebe es zu, da sich solcherart Ankündigungen gewöhnlich nicht in eine praktische Tat umsetzen.

Melek schleppt derweil seine Kisten in sein Zimmer.

Ich schleppe mich mit meinen Lernutensilien in mein Bett, wo ich im Schein der Taschenlampe und mit einem aufmerksamen Beobachter namens Sohni an meiner Seite die Phytohormone studiere.

Der beste Ehemann der Welt, das höre ich durch meine Ohropax, ist auf dem Weg nach unten.

In der folgenden Stunde ist meine Aufmerksamkeit von Adventivwurzeln und Protonenpumpen gefesselt, aber dann, nach meinem letzten Abstecher ins Bad, …

„Wo ist denn Melek?“ Der beste Ehemann der Welt liegt im Bett, Kopfhörer im Ohr, neben sich Maxe, der den Schlaf eines unbescholtenen (großen) Babys schläft.

„In seinem Bett.“

„Waaah?“

„Ich habe ihm noch die Geschichte von Mose im Schilf erzählt und die zehn Fürchterlichkeiten, dann habe ich ihn eingepuckt und jetzt schläft er.“

Was sind schon die Wunder des unidirektionalen Auxintransports gegen den Auszug eines mamabezogenen Fünfjährigen, der, wenn auch mit allen verfügbaren Lichtern, plötzlich alleine schlafen will?

Bricht nun eine neue Ära an? Ich alleine mit dem besten Ehemann der Welt im Bett? Nächtliches Getuschel und Geschmuse ohne ein: „Seid leise! Ich will schlafen!“ Zweisamkeit pur?

„Mama?“ piept ein Stimmchen aus dem Kinderzimmer. Aber ach, da war ja noch was. Eigentlich noch zwei. Leise, um Maxe nicht zu wecken, schleiche ich ins Kinderzimmer und versinke in einem traumlosen Schlaf.

Edit: Samstag wie Sonntag waren gute Vorsätze da. Der Samstagsplan wurde abgebrochen, da ich und die Zwillinge (Ehemann auf Jück) bereits im Halbschlaf vor uns hin dämmerten und ich mich nicht dazu in der Lage sah, aufzustehen und den großen Sohn noch einmal ordentlich einzupuckeln. Am Sonntag scheiterte das Alleineschlafen an der Angst vor den Dieben, die wir noch einmal ausführlich besprechen mussten.

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