Kindergartenkarawane und Oasenfeeling

25. Mai 2012 § 3 Kommentare

So geht es derzeit in den Kindergarten:

Die Mutter, beladen mit einer Tüte Windeln (nicht täglich) und evtl. noch Wechselklamotten und Sonstigkeiten im Arm balancierend und ein Dreirad (Smart Trike Delfin) mit Sohni vor sich herschiebend. Ich mag die lange Lenkstange, mit der ich Tempo und Richtung unter Kontrolle habe, und Sohni mag geschoben werden. Perfekt.

Der kleine Riesensohn kämpft sich mit dem Kinderfahrrad vorwärts, inzwischen fährt er auch schon längere Strecken. Ungefähr ein Jahr nach Erwerb des Fahrrades („Ich will unbedingt ein richtiges Fahrrad, Mama!“) freundet er sich mit diesem an. Sobald ich es nämlich fertig aufgebaut präsentiert hatte, hatte er einen Blick drauf geworfen und beschlossen, dass es ihm zu groß sei, da konnte ich noch so sehr säuseln und ermutigen. Wenn er nicht will, dann will er nicht. Das ist wie mit dem Teddykrankenhaus, das seine Kindergartengruppe nächste Woche besuchen will: „Mama, ich geh da nicht hin.“

„Aber Schatz, wieso denn nicht?“

„Das ist voll Quatsch. Da nimmt man ein Kuscheltier mit und muss dann sagen, was das hat und der Arzt behält das dann.“

„Neenee, das Kuscheltier nimmst du ja wieder mit.“

„Aber das hat ja gar nichts, das ist ja voll Quatsch.“

„Du könntest ja vielleicht ein Auto mitnehmen? Oder den Drachen mit den drei Köpfen?“

„Ja-a?“

„Klar.“

Jetzt überlegt er es sich. Das Teddykrankenhaus ist ein Zelt auf dem Gelände der Kinderklinik, in dem Medizinstudenten die Teddys verarzten, quasi um Berührungsängste bei den Kindern vor Arztbesuchen abzubauen. Die Idee finde ich gut, hatte aber nicht damit gerechnet, dass Melek schon so groß ist, dass er mit diesen Kindereien nichts zu tun haben will.

Immerhin sitzt er jetzt auf seinem Drahtesel, auch wenn die Stützräder wohl noch eine Weile mitrollen werden, er ist halt ein vorsichtiges Kind. Das einzige Problem ist meines, denn ich muss das Ding vom Kindergarten wieder mit zurückschleppen.

Nun zum nächsten Mitglied der Karawane:

Maxe gurkt glücklich auf seinem Laufrad durch die Straße und hört sogar in 98% der Fälle auf mich, wenn ich vor Autos warne. Bei den restlichen zwei Prozent springe ich wie ein dicker Frosch jamesbondmäßig über die Straße und wedel dem entgegenkommenden Fahrzeughalter zu. Lieber soll der mich umnieten als meinen Sohn. Zumindest biete ich eine größere Warnfläche als Klein-Maxe. Wenn Maxe aber hört, dann rollt er zielstrebig auf den nahen Bürgersteig, der in unserer Straße aus holperigen Pflastersteinen besteht und mit Rädern einfach unbenutzbar ist.

Und noch Sohni. Sohni hockt im Dreirad. Er würde wohl auch lieber Laufrad fahren, aber die schlaue Mutter weigert sich, noch eines zu kaufen. Wenn beide Zwillinge fahren, fahren sie nämlich weg. Zu zweit erobern sie die Welt, da kann die Mutter hinterpfeifen und -brüllen, bis sie blau anläuft. Oder rennen, bis sie rot umkippt. Und beide fangen schafft sie sowieso nie.  Also gibt es nur ein Laufrad, und die Zwillinge müssen dann und wann mal tauschen. Merke: Wenn ein Zwilling gezwungenermaßen bei der Mutter bleibt, bleibt häufig meistens auch der andere in der Nähe.

Am Nachmittag kurvt die Karawane wieder zurück, und meist sitzt Sohni nun auf dem Laufrad, allerdings nicht sehr lange, denn so gut wie bei Maxe klappt das noch nicht. Aber egal in welcher Fahrzeug-Kind-Kombination wir dann unseren kleinen Hof entern, die Fahrer springen von ihren Fahrzeugen und reissen sich die Klamotten vom Leibe, denn die Badewannen warten schon.

Zwei große Zinkwannen habe ichvon meiner Oma geerbt, oh, wonnige Kindheitserinnerungen, denn in denen habe ich schon als kleines Mädchen geplantscht, und die dritte ist aus Plastik und ergänzte unsere Babyausstattung, als die Zwillinge noch mit ihren knubbeligen Ärmchen und Beinchen wackelten.

Die Wannen werden mittags halb mit Wasser gefüllt, und stehen sonnenbeheizt bereit, wenn die verschwitzten Männer die Oase erreichen, und was nach dem Baden noch übrig bleibt, wird in einem großen Schwall in die Blumenpötte gegossen.

Das allerbeste kommt dann zum Schluss des Tages: Wenn alle abgekühlt und getränkt sind, geht es mit Laufrad, Fahrrad und Dreirad weiter zum nächsten Supermarkt, um dort das Eis des Tages zu wählen.

Hmmmja, der Sommer ist da.

Advertisements

§ 3 Antworten auf Kindergartenkarawane und Oasenfeeling

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Kindergartenkarawane und Oasenfeeling auf Das zweite Kind sind Zwillinge.

Meta

%d Bloggern gefällt das: