Lüger!

28. Mai 2012 § 2 Kommentare

Der heutige Ausflug in den nahegelegenen Wald mit Walderlebnispfad, Bestaunen des Wildschweinnachwuchses und anschließendem Abstecher zu dem neu angelegten Waldspielplatz führte heute zu goldenen Pommes Frittes. Der ansonsten beste Ehemann der Welt marschierte mit den Worten „Ich hole mir ´ne Pizza“ vom Spielplatz in Richtung Büdchen, was – wie er mir später erläuterte – bedeutete, dass er mal schauen wolle, ob es dort Kaffee gäbe.

Als ich unseren Nachwuchs, der fragend nach Papa schielte, fälschlicherweise darüber aufklärte, dass der Papa Pizza kaufe (ein kolossales Missverständnis, wie sich später herausstellte, wo es doch eigentlich um Milchkaffee ging), stürmte die Rotte hungrig hinterher. Merke: Trockene Brötchen sind keine ernstzunehmende Konkurrenz  für pappigen Pizzateig mit duftendem Käse.

Beim Büdchen jedoch entschied sich der Nachwuchs für Pommes, was nach einigen nicht zu rekapitulierenden Irrwegen (nach denen wir alle Hunger hatten) zum Restaurant zwei Häuser weiter führte, wo gut gekleidete = gut betuchte Menschen mit vornehmlich silbernen Haaren Wildschweingulasch oder Torte aßen. Um die Frischlinge abzulenken, empfahl ich ihnen einen Besuch beim nahe gelegenen Froschteich.

Nach drei Sekunden kam Sohni zurück, nach 32 Sekunden Maxe. Ein großer, angeleinter Hund stand zwischen den Zwillingen und dem Froschteich, den nur Melek mutig umrundete. Sohni wird kein zweiter Grzimek, soviel steht fest. Heute ist er sogar in panischer Angst vor einem invaliden Mistkäfer davongerannt, der trotz seines ramponierten Hinterleibes dickköpfig weiterhin versuchte, den Waldweg zu überqueren.

Nach zwei Minuten kam auch Melek zurück und brüllte „Du Lüger!“ über die Sonnenterrasse. Silbergraue Häupter drehten sich in unserer Richtung.

Erst dann ließ er uns den Grund für seinen Unmut wissen: „Da sind keine Frösche! Ich habe keinen einzigen gesehen! Du hast gelogen! Ich hab nur welche gehört!“

Mama, der Lügenbär. Endlich enttarnt.

Die Rechnung ließ mich erblassen und innerlich schwören, beim nächsten Ausflug A genug zu essen und B kein Geld mitzunehmen. Drei Kinder = drei Pommes + drei Apfelsaftschorlen und ein Salat und ein Gemüseauflauf für die Eltern = sehr graue Haare.

Immerhin hat uns dieses Missverständnis in der ehelichen Kommunikation kein Auto gekostet, wie es bei unserem zweiten Totalschaden-Autounfall der Fall gewesen war. Damals hatte ich mehrmals laut „David! David! David!“ gerufen, als ich A einen Vogel vor uns auf der Landstraße wahrgenommen habe und B einen Lastwagen hinter uns, dessen Anblick die gesamte Heckscheibe ausfüllte. Keine Ahnung, weshalb der beste Ehemann der Welt auf die Bremse trat, ich hatte doch glasklar kommuniziert, dass er das blöde Vieh überbrezeln sollte.

Oder?

Das Vieh, es stellte sich als Rebhuhn heraus, hat übrigens überlebt und ist, nachdem unser Auto und das an uns klebende Lastwagenmonstrum über es hinweggerollt sind, seitlich davon geflogen.

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