Fahrplanänderung

5. Juni 2012 § 10 Kommentare

Tütüt, dieser Blog ändert die Fahrtrichtung. Im Sommer werden die Zwillinge ihren dritten Geburtstag feiern und es wird keine, oder jedenfalls sehr viel weniger familieninterne Nachrichten geben.

Drei Jahre mit Zwillingen und einem Bruder, der gerade mal zweieinhalb Jahre älter ist, ergibt einen guten Zeitpunkt, um das wahnsinnge  Projekt Zwei-Einzelkinder-bekommen-drei-Kinder-in-drei-Jahren zu evaluieren.

Was ich mir so vorstelle:

– Mir im Nachhinein überlegen: Was hätte ich anders gemacht, was fand ich gut? Vielleicht auch, um künftigen Müttern mit ähnlicher Konstellation ein wenig Erfahrung zu vererben. Als ich mich wie eine Kegelrobbe auf dem Land mit dem Zwillingsbauch durch den Alltag schwitzte, habe ich alle Zwillingsmütter, die mir vor die Flinte kamen, befragt. Wie die ersten Wochen, Monate waren, wann es einfacher wird, und überhaupt. Der beste Tipp kam von einer Frau im Schwimmbad, deren Zwillingsmädchen gerade munter im Kleinkindbecken plantschten: „Nimm jede Hilfe an, die du kriegen kannst“ und „Es wird in einigen Jahren einfacher und schön.“ Das hat mich dazu bewogen, überall um Hilfe anzuklopfen, da wir keine Verwandtschaft in der Nähe haben, und das hat mir Mut gemacht, durchzuhalten. Schreiben schafft auch im größten Stress für mich eine gewisse Distanz und so fing ich an, den irrwitzig anstrengenden Alltag in Anekdoten zu verpacken.

– Eine wichtige Intention dieses Blogs war, mir die Seele freizuschreiben, in dem ich Worte finde, die das Leben mit drei kleinen Kindern beschreiben. Jeweils nach den Geburten der Kinder habe ich eine postpartale Depression bekommen; das hat sicherlich viele Gründe, einer war sicherlich, dass ich eine sehr romantische Vorstellung vom Muttersein hatte, so dass mich der reale Alltag mit Kindern doch stark ernüchtert hat. Auf der anderen Seite gibt es wiederum Momente, die man mit keinem Nicht-Elter teilen kann, da steckt eine wahnsinnige Liebe in der Beziehung zwischen mir und meinen Söhnen, das habe ich nicht ansatzweise geahnt. Vermutlich werde ich die Serie „Die Ich-bin-Mutter-Krise“, die die am häufigsten angeklickten Artikel stellen, überarbeiten und erweitern, wobei ich mich auf eure ergänzenden Kommentare freue.

– Und schließlich wird es eine Reihe humorig verpackter, aber ernst gemeinter Ideen, Ratschläge, Listen, Tipps geben, aus denen sich jede, die will, etwas herausziehen kann. Den Rest könnt ihr natürlich stecken lassen. Themen werden sicher sein: Postpartale Depression, die romantische Vorstellung der Medien von Familie (Werbung), Bandbreite von Geburtsempfindungen und die fast religiösen Ansichten über den richtigen Geburtsmodus, die Veränderungen in der Paarbeziehung und warum Kinder keine kriselnde Beziehung retten können.

– Und schließlich werde ich versuchen, die Kategorien zu überarbeiten und den Wust an Posts übersichtlicher zu präsentieren.

Die wichtigste Änderung für meine Leser wird sein, dass die Posts nicht mehr täglich fließen werden. Zum einen benötigen solche Artikel mehr Zeit, zum anderen wird mein beruflicher Blog mich mehr brauchen (hoffentlich 🙂 ) und nicht zuletzt wird das nächste Jahr für mich sehr arbeitsreich.

Tütüt, der Zug rollt weiter, in eine andere Richtung und langsamer, und dann werden wir mal weitersehen.

Ich bedanke mich bei allen bisherigen Lesern und Leserinnen und bin gespannt, wie es dann weitergeht, ganz praktisch sozusagen.

Bis bald!

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§ 10 Antworten auf Fahrplanänderung

  • vierachtel sagt:

    Ich werde sie vermissen, deine alltäglichen Geschichten. Selten schreibt hier jemand so ungeschminkt über den Alltag mit Kindern. Mit all den schönen – aber auch den vielen Schattenseiten. Dein Frust lässt mich – ’schuldigung! – oft schmunzeln. Du schreibst das halt so nett 😉
    Aber mach‘ weiter, wie es dir Spaß macht und wie du es gut in deinen stressigen Alltag verpacken kannst! Wahrscheinlich, so geht’s mir auch oft, fällst du doch hin und wieder in alte Muster, weil das Schreiben so heilsam und kopfklärend ist!
    Liebe Grüße!

    • Mara sagt:

      vierachtel! vielen dank. für das ungeschminkt. genau das war eine intention für diesen blog, weil ich gemerkt habe, dass kinderhaben doch ein klitzekleinesbisschen anders ist, als sich vorzustellen, wie es ist. wahnsinnig schön und wahnsinnig anstrengend – und es bringt einen an grenzen, an die man noch nie gestoßen ist, jedenfalls mir geht es so. wenn das ganze in dem humorigen tonfall nicht untergeht, ist mein vorhaben gelungen. ich schreibe auch weiter, allerdings privat, damit meine kinder später lesen können, wie es war, mit uns als eltern 😉 , es ist etwas anderes, wenn man über die kleinen schreibt, sehr vieles ähnelt sich in den familien, aber jetzt wird es individueller, ich habe das bedürfnis, in geschützter atmosphäre weiterzuschreiben. und sicherlich rutscht mir die eine oder andere glosse noch heraus 😉 , aber dann solche, die meine kinder nicht gar so direkt betreffen. und gestern lag ich im bett und überlegte mir ein interview mit mara solanum… liebe grüße und vielen dank fürs lesen.

  • MiA sagt:

    OH NEIN!! Das kannst du doch nicht machen!!! *weinschluchz* Ich werde eure Geschichten wahnsinnig vermissen!!!
    Gibt es denn den „beruflichen“ Blog auch für uns zu lesen? Würde mich über den Link freuen 😉
    Außerdem natürlich trotzdem weiterhin über den Austausch, ob nun per Blog oder Mail!

    Liebe Grüsse,

    MiA

    • Mara sagt:

      hallo, MiA, der berufliche blog ist total lokal und für leute, die weiter weg wohnen, absolut uninteressant, sorry! 😉
      und ich brauche jetzt erstmal eine pause vom zwillingsblog und denke darüber nach, wie es anders weitergeht, da wird sicher die eine oder andere geschichte von uns zu lesen sein.
      zum beispiel sowas:
      die mutter schläft (fast) der große sohn grübelt.
      mama? mama?
      grumpf.
      maaaammaaa!
      hm?
      ich heirate sabine.
      ja?
      aber man kann auch mann zu mann heiraten, nä?
      ja, aber das ist eher selten, aber ja, das geht.
      aber mama!
      ja?
      wer kriegt denn dann die kinder?
      schatz, männer können keine kinder kriegen.
      (diese ganzen sachen mit leih.mutter, ad*ption und co lasse ich aus gründen des schlafbedürfnisses aus)
      können frauen auch frauen heiraten?
      ja. gähn.
      und wer kriegt dann die kinder?
      tja, da braucht man dann wieder einen mann, man braucht die eiz.elle von der frau, die ist in ihrem bauch, und die s*menzelle von einem mann (transportwege lasse ich jetzt aus taktischen gründen aus, und die sind glücklicherweise auch erstmal gar nicht das thema. außerdem ignoriere ich möglichkeiten der s*menspende, gähn)
      füge aber hinzu: jedenfalls keine selbstgemachten kinder.
      der sohn denkt nach: mama?
      hmpf?
      dann müssen die sich eines basteln!
      ???
      spricht´s und schläft, und ich bin – mal wieder – wach.

      liebe grüße, mara

  • Andrea sagt:

    Ich werde trotzdem weiter hier lesen, und gebe auch die Hoffnung nicht auf, dass gelegentlich die ein oder andere unterhaltsame Geschichte aus dem Alltag mit drei Kindern auftaucht ;-).
    Ich wünsche dir, dass die Richtungsänderung so gelingt wie du sie dir vorstellst.
    Liebe Grüße, Andrea

    • Mara sagt:

      liebe andrea, vielen dank für deine lieben wünsche. in der tat nehme ich mir jetzt einfach die nötige auszeit nach drei jahren zwillingsblog und werde sehen, welche ideen so in mir heranreifen.
      liebe grüße und frohes fotosortieren,
      mara 🙂

  • Frau Muschel sagt:

    🙂 Ich glaub, wenn man einmal mit dem Blogvirus infiziert ist, dann läst der einen nicht so schnell los 🙂

    Mara, ich bin traurig, ja, aber ich kann Dich verstehen. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass Du merkst, dass Dir das hier fehlt und Du einfach weiter machst wie bisher 😉

    Liebgruß
    und klar bleib ich Dir treu *schwör* 😉

  • Mara sagt:

    blogvirus klingt gut! 😀
    das stimmt, der lässt einen nicht so schnell aus den fängen 😉
    ich schreibe ja auch weiter, erstmal privat und ich will auch etwas zeit freischaufeln für einige geschichten, die schon lange in meinem kopf herumspuken. vielleicht gibt es die auch mal zu lesen. ganz liebe grüße, mara

  • lotterleben sagt:

    Jetzt komm ich hier endlich mal wieder richtig zum Lesen (im Email-Abo stehen immer nur die ersten paar Zeilen…) und dann sowas… Aber schön! Ich freu mich für Dich/Euch – für den beruflichen Blog, die Mehr-Arbeit und daß Du überhaupt weiterschreibst! Ich freu mich aufs Lesen – egal wieviel und wie oft 🙂
    Liebe Grüße!

  • Mara sagt:

    🙂 Schön, dich hier zu sehen. Wie gesagt, ich prívatisiere mich und habe das Bedürfnis, Bilanz zu ziehen. Alles alte Konserven 😛

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