Zwillingsgeschenke

12. Juni 2012 § 6 Kommentare

Bisher, finde ich, habe ich mich gut an die Zwillingsregel „gleich, aber verschieden“ gehalten. Jedenfalls was das Spielzeug angeht. Auch die Knaben-Oma hält sich daran. So nennen die Zwillinge denn gleichen Typ Kindergartenrucksack ihr eigen, einen in blau, den anderen in grün, und als es Bälle zum Geburtstag gab, waren sie gleich groß und besaßen dieselbe Grundfarbe, aber die aufgedruckten Motive waren verschieden.

Bei der Kleidung halte ich mich an die große Farb-und Typ-Beratung und sie ziehen das an, was ihnen meiner Meinung nach gut steht, immerhin ist der eine grünäugig und einigermaßen hellhaarig, der andere braunäugig und seine Haare sind dunkler und dichter. Wenn möglich, ziehen sie aber Kleidung an, die einigermaßen harmonisch wirkt, aber das ist keine Pflicht, vor allem nicht, wenn der beste Ehemann der Welt oder Elisabeth die Kleidung heraussuchen, da bin ich ja schon froh, wenn sie nicht die Sachen von Melek angezogen bekommen.

Nun aber: Der dritte Geburtstag steht bevor und die Knaben-Oma erkundigt sich telefonisch, was geschenketechnisch so drin ist.

„Hm“, sage ich, „im Moment räumen sie unheimlich gerne Dinge aus und ein und hängen Anhänger an ihre Autos, nur leider haben wir keine Auto-Anhänger-Verbindung, die, sehr zu meinem Leidwesen, länger als zwei Sekunden hält.“

So kamen wir denn auf Müllwagen. Die kann man schön befüllen und entfüllen, aber der Anhänger kann nicht abfallen und außerdem kleben die Zwillinge sowieso mit den Nasen an der Fensterscheibe, wenn DER Tag da ist, an dem der Müll abgeholt wird.

„Soll ich denn zwei gleich kaufen?“ zweifelt die Knaben-Oma.

„Gibt es nix anderes, was man auch noch befüllen kann?“

„Naja, da ist noch so ein Ding mit Anhänger, da kann man Pferde reinstellen.“

„Hm“, überlege ich.

„Ist vielleicht nicht so attraktiv wie ein Müllwagen.“

Im Geiste stelle ich mir vor, wie Maxe laut: „MEINER!!!“ schreit und Sohni eine runterhaut, weil der die Müllabfuhr eisern umklammert hält. Oder wie umgekehrt Sohni „GUCKMA!!“ schreit, weil Maxe den Müllwagen nicht hergeben will, obwohl ihm einige Haare fehlen. Kurz gesagt: Ich sehe Blut.

„Zwei Müllwagen“, sage ich, „sind eine prima Idee.“

So denn. Es ist beschlossen.

Jetzt bleibt nur die Angst vor der Reaktion des kleinen Riesensohnes, den ich vor meinem geistigen Auge mit zwei Müllabfuhren die Treppen hinaufrennen sehe, während zwei kleine Brüder „MEINER!!!“ und „GUCKMA!!!“ brüllen.

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§ 6 Antworten auf Zwillingsgeschenke

  • Cristina sagt:

    Da gibt es doch auch von anderen Firmen Müllautos. Wir haben 3 Stück und jeder ist anders. Bei uns kommen doch auch verschiedene Müllautos vorbei…

  • Barbara sagt:

    *grins* das Müllauto ist bei uns auch ein ständiger Streitpunkt – es gehört dem Kleinen, der Große ist aber meist schneller… und der Kleine darf ja auchmit seinem Spielzeug spielen…..

  • Andrea sagt:

    Vielleicht mit unterschiedlichen Aufklebern bekleben? Oder bemalen?
    Über Müllautos werden sie sich bestimmt riesig freuen.

  • Mara sagt:

    @Cristina: Das ist eine gute Idee, doch scheint mir der Vorschlag von Andrea gerade pragmatischer.

    @Barbara: Ohja, ich erinnere mich, dass der kleine Riesensohn vor nicht allzu langer Zeit „Müllabfuhr“ mit seinem Zimmer gespielt hat. Das geht so: Das Bett ist der Laster, das Spielzeug der Müll. Er und der beste Kumpel haben ALLES ins Bett geschafft („Mama! Kannst du uns helfen, den Tisch ins Bett zu schieben?“), bis ich den Spielzeugbestand rasant reduziert habe. Alternativ ist die Treppe der Mülllaster…
    Das macht so schönen Krach.

    @Andrea: Die Idee hatte ich fast zeitgleich! Sehr gut!

    Grüße in einen schönen Tag an alle Leser und innen!
    Mara, die sich gerade mit der Evolution der Tetrapoden befasst. Erstmal n Kaffee.

  • Elisabeth sagt:

    Ich trink den Kaffe mit Dir, hab mir grad einen vor mich hingestellt.
    Ich bin ja die grosse Schwester von nur 16 Monaten jüngeren Zwillingen. Wenn ich bei Dir lese kommt mir meine Kinderzeit ständig wieder hoch. Und … es war schön. Am anstrengendsten war es wohl für die Mama. Meine Brüder waren damals wirklich noch „Zwillinge“. Immer alles gleich! Vom Pulli bis zum Spielzeug. Sie wurden aber ganz normale Männer. Und … haben sich ganz unterschiedliche Frauen ausgesucht.
    Meine Schwester hat ihre Zwillinge immer „Ent-zwillingt“… als nun schon grosse Damen sind auch die beiden… ganz normale Frauen geworden. Meine Schwester frägt sich nun manchmal ob sie sich zu viel Gedanken gemacht hat.
    Du machst es so super mit Deinen Kinder, es ist schön zu lesen!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

  • Mara sagt:

    Liebe Elisabeth, danke für das schöne Kompliment. Und dass es aus dem Computer einer älteren Schwester von Zwillingen kommt, macht es doppelt so wertvoll. Ansonsten setze ich darauf, dass ich mir größtmögliche Mühe gebe, und dass es nicht so sehr darauf ankommt, alles richtig zu machen, sondern im Gespräch zu bleiben und die Zwerge schlicht lieb zu haben. Und die sind alle drei so klasse, dass das nicht schwer ist. Liebe Grüße, Mara.

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