Kapitel 1: Ein seltsamer neuer Nachbar (dritte Version)

20. Juni 2012 § 12 Kommentare

„Nanu?“ rief Darius, der gerade gelangweilt aus dem Fenster auf die Straße geschaut hatte, „da zieht jemand in die leere Wohnung! Hoffentlich haben die auch Kinder!“

Unten auf der Straße  schleppte ein kleines seltsames Wesen mit Schlapphut eine gewaltige Umzugskiste ins Haus. Ein langer schwarz-weiß karierter Schal wand sich um seinen Kopf, so dass nur eine lange, spitze Nase hervorlugte.

Schnell schlüpfte Darius in seine Turnschuhe und rannte die Treppen hinunter.

Hallo!“ begrüßte ihn das seltsame Wesen, „ich bin Herr Glück, und ziehe heute hier ein! Und wie heißt du?“

Ich bin Darius“, sagte Darius, „wir wohnen nebenan.“

Schön, dich kennenzulernen, Darius“, freute sich Herr Glück, „hilfst du mir beim Tragen? Als Belohnung gibt es den weltbesten Kakao! Heiß und frisch auf meinen Tisch!“

Na klar half Darius mit und in der nächsten Stunde trug er blau gepunktete Bettwäsche, eine Teekanne, die aussah wie ein Pinguin, und allerhand seltsame Bretter, von denen Herr Glück behauptete, er könne daraus sein Bett bauen, in den dritten Stock.

Dann machten die beiden eine Pause. Herr Glück hatte nicht gelogen. Der Kakao war der beste, den Darius je getrunken hatte.

Und wer bist du?“ fragte Darius, nachdem er einen tiefen Schluck genommen hatte, „wo kommst du her? Wie alt bist du? Und warum bist du so klein?“

Hui“, staunte Herr Glück, „so viele Fragen. Die wichtigste Antwort zuerst… „ er beugte sich zu Darius hinüber und flüsterte: „Ich bin in einer geheimen Mission unterwegs.“

Oh!“ staunte Darius „bist du ein Agent???“

Herr Glück kicherte, „nein, nein, kein Agent, aber ich bin da einer wirklich wichtigen Sache auf der Spur… .“

Er schaute nach links und nach rechts und wisperte dann in Darius Ohr: „Ich suche nämlich das Glück.“

„DAS GLÜCK?“ rief Darius.

Pssssst!“ Herr Glück hielt sich den Finger auf den Mund.

Vielleicht bist du mein erster Kontaktmann… .“

Darius wurde ganz rot vor Aufregung.

Was ist für dich das größte Glück?“ flüsterte Herr Glück.

Oh!“ rief Darius, „ganz eindeutig superklar: Eine Eins in Mathe!“

Jetzt war es Herr Glück, der rief: „Was? So einfach ist das? Wieso eine Eins in Mathe?“

Na logisch“, antwortete Darius, „eine Eins in Mathe heißt: Meine Mama ist wahnsinnig stolz auf mich. Die Kinder aus meiner Klasse können mich nicht mehr auslachen! Und mein Bruder muss mich fragen, wenn er was nicht kapiert! Das wäre toll!“

Darius´ Augen leuchteten, als hätte jemand eine kleine Lampe in seinem Kopf angeknipst.

„Hast du denn schon einmal eine Eins in Mathe gehabt?“ erkundigte sich Herr Glück.

„Nein“, sagte Darius und die kleine Lampe in seinem Kopf ging wieder aus. Verlegen rührte er in seinem Kakao herum.

„Ah“, brummte Herr Glück, „aber weißt du, du hast mir eben sehr geholfen.“

„Echt jetzt?“ fragte Darius misstrauisch.

„Ja“, bekräftigte Herr Glück feierlich, „und genau deshalb muss ich jetzt ganz dringend mal weg.“ Er warf sich einen langen bunt bedruckten Mantel über die Schultern und sprang dann aus der Tür hinaus.

„He!!“ rief Darius hinterher, „wo willst du denn hin?“

„Erzähl ich dir später“ rief Herr Glück, während er die Treppen hinunterhüpfte.

„Und der ganze Krams hier??“

Doch da war Herr Glück schon durch die Haustür verschwunden.

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§ 12 Antworten auf Kapitel 1: Ein seltsamer neuer Nachbar (dritte Version)

  • nilaja sagt:

    Liest sich spannender.
    Schön. 🙂

  • aleXXblume sagt:

    Wo steckt denn Version 1 ? Ich find die gar nicht mehr… wollte gerne noch mal im Vergleich lesen….

  • Mara sagt:

    ich habe es noch einmal eingestellt. 🙂
    freue mich auf weitere Anregungen!

  • aleXXblume sagt:

    Aaalso: ich finde die Wendung mit dem wolligen Kaufhaus-Weihnachtsmannbart total schön und bin ein bisschen traurig, dass sie es nicht in Version 2 geschafft hat!
    Außerdem gefällt mir der Dialog über die Mathe-Eins in Vers. 1 besser, vor allem die Stelle, wo Darius betrübt anmerkt, dass er noch nie eine hatte. Auch wenn du Spannung reinbringen willst, ich fände es schön, wenn trotzdem solch „leisere Töne“ den Weg in die Geschichte fänden.
    Mir sind auch jetzt ein klein wenig zu viele Superlative drin – Kinder haben da ein gutes Gespür und merken m.E. schnell, wenn sie damit „geködert“ werden sollen. Ein, zwei „Wahnsinn“ und „Superklasse“ weniger und es ist perfekt. 🙂
    Ich hoffe, ich bin dir nicht zu pingelig. Ich sage einfach, wie es mir damit geht. ist subjektiv, ich weiß. 🙂

    • Mara sagt:

      so, jetzt habe ich den obigen text noch einmal verändert. mir kam der ganze wahnsinn auch ein bisschen viel vor. ich wollte den darius ein bisschen hibbeliger machen. und wahnsinn sagt mein kleiner sohn auch den ganzen tag 😉
      nochmals herzlichen dank!

  • Mara sagt:

    ich liebe pingelige leute, die mir gute ratschläge geben! 🙂 also: keine sorge, sag alles, was dir einfällt! und vielen dank fürs lesen und gedankenmachen!
    version drei folgt dann noch.

  • mir gefällt’s! die geschichte ist so wahr!

  • aleXXblume sagt:

    Hey! Jetzt ist es echt toll geworden! 😀

  • Mara sagt:

    Jo! Langsam wird´s! 😀 Falls du noch Lust an weitere Korrekturen hast… hier bitte. 🙂
    Liebe Grüße,
    Mara

    • aleXXblume sagt:

      Sicher doch. Nur ist hier im Moment so viel los (Geburtstag, Sommerfeste etc.) da komm ich nicht so richtig dazu… ich hoffe, ich hab heute Abend mal Muse dazu 😉

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