Kapitel 3, in dem zwei Mädchen Herrn Glück erzählen, dass das Glück vier Beine hat (zweite Version)

22. Juni 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Du siehst aber komisch aus“, kicherte Melda, ein Mädchen mit schwarzen Haaren.

Bist du ein Mensch?“ fragte Lindsay, die neben ihr stand, neugierig.

Die zwei Mädchen standen vor einer Parkbank, auf der ein kleines seltsames Wesen mit Schlapphut und ein Junge mit dunklen Haaren saßen. Beide hielten ein Handy vor sich. Hamid probierte soeben alle Klingeltöne aus, während sich Herr Glück durch die bunten Icons klickte.

Wieso?“ fragte Herr Glück irritiert.

Du bist so klein“, antwortete Lindsay, „und man sieht dich gar nicht richtig.“

Wieso hast du einen Schal an, es ist doch warm?“ erkundigte sich Melda.

Ich bin eine Art Detektiv“, gab Herr Glück zurück, „alles streng geheim.“ Doch wenn er gehofft hatte, dass die Mädchen weiterzogen, hatte er sich geirrt. Lindsay war nun noch neugieriger, und Melda starrte ihn mit großen Augen an.

Was untersuchst du denn?“ fragte sie.

Wie?“ fragte Herr Glück.

Na, Detektive…“, half Lindsay, „die untersuchen doch einen Fall. Oder verfolgen eine Spur. Oder so.“

Das ist meine Spur“, das kleine seltsame Wesen hielt sein Handy in die Höhe.

Häh?“ Melda war verwirrt, „´n Handy? Das ist doch neu? Wie kann das dann eine Spur sein?“

Das Geheimnis ist…“, Herr Glück legte eine kunstvolle Pause ein, und die Mädchen beugten sich interessiert nach vorne, „das Geheimnis ist… vielleicht war ich bisher einfach unglücklich, aber jetzt habe ich ja das hier. Also bin ich schon mal nicht mehr unglücklich.“

Sehr zufrieden mit sich selbst lehnte er sich auf der Parkbank zurück und tippte unbeholfen weiter auf den Tasten herum, piep, piep, piep machte das Handy.

Nicht mehr unglücklich??“ fragte Melda verblüfft.

Ja“ ärgerte sich Herr Glück, denn gerade kam er nicht weiter mit der Tastendrückerei. Irgendwie verstand er nicht, was das Handy von ihm wollte. Vibrationsalarm aktivieren?? Hm?

´n Handy macht doch nicht glücklich!“ Melda kicherte, und Lindsay fügte überzeugt hinzu: „Wirklich glücklich macht nur ein Hund.“

Ja, genau“, stimmte Melda zu.

Ein Hund?? So ein Quatsch!“ lachte Hamid.

Doch!“ wehrte sich Melda, „ein Hund ist wenigstens was Lebendiges!“

Der freut sich, wenn man nach Hause kommt!“ pflichtete Lindsay ihr bei.

Und der leckt einem über´s Gesicht, wenn man traurig ist!“ Meldas Wangen wurden rot.

Bäh!“ entfuhr es Hamid, „das ist ja total eklig!“

Gar nicht!“ rief Melda, „mein Onkel Tarik hat einen und der ist voll süß!“

Oh, nein!“ seufzte da Herr Glück, „ich habe es ja geahnt.“ Die Kinder sahen ihn an.

Was hast du geahnt?“ fragte Hamid.

Vielleicht ist ein Handy doch nicht die Antwort auf die ganz große Frage“, seufzte das kleine, seltsame Wesen, „irgendwie…“, er hielt das Handy auf Armlänge von sich, „will das Ding nicht so, wie ich will.“

Alter!“ rief Hamid, „gib´s mir, wenn du´s nicht haben willst!“

Doch Herr Glück schüttelte den Kopf, „ich hebe es auf, vielleicht treffe ich ja noch einen unglücklichen Jungen.“ Damit stand er auf.

„Ich muss weiter“, entschuldigte er sich, „ich habe noch eine wichtige Spur, die ich verfolge.“ Er winkte den Kindern zum Abschied und wandte sich um, „ soso“, summte er fröhlich vor sich hin, „wo-o kriege ich denn jetzt einen Hund her?“

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