Von den Zeugen Jeh*vas und mikroinvasiven Geburten

13. Juli 2012 § 5 Kommentare

Zwei Zeuginnen Jeh0vas haben Elisabeth ausfindig gemacht. Wohl, als sie mit den Zwillingen auf dem Spielplatz war. Und jetzt wissen sie, wo sie sie finden können. Anscheinend sind es Kolumbianerinnen, auf jeden Fall sprechen sie spanisch, und jetzt stehen sie vor unserer Gartentür und fragen, ob die Dame aus Kolumbien da wäre?

Ja, sie ist, ich bin verwirrt.

Ich rufe sie, und Elisabeth bettelt, ich solle ihnen sagen, dass sie nicht da sei, aber sie ist da, sie hat ja Zwillingsdienst.

Also hängt sie am Gartentor und versucht, die beiden Damen loszuwerden, aber sie ist viel zu höflich, so geht das nicht, das weiß ich von den deutschsprechenden Pendants, denen ich regelmäßig erklärt habe, dass ich schon gläubig bin und ihnen nicht die Zeit für Gespräche mit Ungläubigen stehlen will. Inzwischen habe ich das ganze auf „Bin schon gläubig“ + „Tür zu“ verkürzt.

Elisabeth und die Damen palavern auf spanisch, und ich sehe ja noch nicht, wann das beendet sein wird.

Da reift in mir ein Plan:

„Elisabeth!“ brülle ich mit Proll-Stimme, „jetzt iss aber genuch mit dem Schwätzchen, du hast Dienst!“

„Ja, ich komme gleich“, piepst sie zurück.

Ich zwinkere ihr unbemerkt durch die offene Haustür zu, aber die Damen reden einfach weiter auf sie ein, und sie hört zu wie ein begossener Pudel. Wer hier wohl unhöflich ist.

„Hallo?“ gröle ich in den Hof, ganz der Hausdrachen persönlich, „du sollst gefälligst arbeiten, jetzt iss aber genug, quatschen kannst du wann anders!“

Das wirkt, die Zeug*nnen Jeh0v*as verlassen das Schiff, und Elisabeth ist gerettet, wenn vielleicht auch in einem anderen Sinne.

Bei der Callcenter-Frau war ich leider nicht so schlagfertig, aber die hat sich quasi selbst erledigt.

Ein ganzes tolles Computerprogramm habe sie da, mit dem man sofort berechnen könne, ob es sich lohnen würde, den Stromversorger zu wechseln, dauere nur ganz kurz, das schaffen wir, bevor ich die Kinder vom Kindergarten abhole, schließlich wolle ich ja wohl nicht einem Stromversorger Geld in den Rachen werfen, das ich anderswo wesentlich… und überhaupt.

„Ups“, sagt die Callcenter-Dame, bei der man fast gar nicht gemerkt hat, dass sie den Text vom Bildschirm abliest, „Sie beziehen ja schon den Strom bei uns, ja dann…“

War wohl ein bisschen unangenehm, und hat mich ein bisschen an die Frage einer zukünftigen Krankenschwester erinnert, die sich wunderte, dass eine Kaiserschnittnarbe so breit sei.

Wo doch heute alles mikroinvasiv gemacht wird?

Und wo zum Geier ist eigentlich das W-Lan-Kabel?

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§ 5 Antworten auf Von den Zeugen Jeh*vas und mikroinvasiven Geburten

  • aleXXblume sagt:

    hihi^^ Das Problem mit den Zeugen kenn ich auch – und Dein Spruch ist der einzige, der wirkt. Ja nicht in ein Gespräch verwickeln lassen, sonst kommen sie immer immer wieder….

  • Andrea sagt:

    Vielleicht würden mehr Leute mit ihenen sprechen, wenn sie schneller ein Ende finden würden.
    Meine Schwiegermutti hat sich mal zwei von denen zum Kaffee eingeladen. Mitten in der Nacht sind sie dann gegangen. „Das waren zwei ganz nette ältere Damen. Die kann man doch nicht rauswerfen.“

  • Mara sagt:

    ja, das ist es gerade, man hat schon ein schlechtes gewissen, weil man einfach nicht höflich bleiben kann.

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