Wern

20. Juli 2012 § 6 Kommentare

„Mama, kannst du wern?“

„???“

„Ob du wern kannst?“

„Was meinst du damit?“

„Na, wenn dich jemand ärgert, kannst du dann machen, dass der aufhört?“

„Äh, ja.“ Ich denke schon, jedenfalls sollte ich wohl was gelernt haben während 100.000 Stunden Therapie, Konfrontationsschulung (ICH HABE die drei Hölzer mit der Handkante halbiert!) und einigen Konfliktseminaren.

„Kannst du mir das beibringen?“

„Wie du dich wehren kannst?“

„Ja-a.“

„Ja, klar. Also…“

Kind zappelt herum.

„Stufe Eins: Stell dich hin, so, Beine fest auf den Boden, Hände in die Hüften, nicht lächeln, guck grimmig, prima, so und jetzt…“

„Ich kann das nicht.“

„Soll ich es dir vormachen?“

„Ja-a.“

„Ok. Also, Füße fest auf den Boden, Hände in die Hüften, Kopf gerade und jetzt: `HÖR AUF!´“

Maxe lehnt sich erschreckt an mich: „Mein Mama!“

„Schatz, alles in Ordnung, wir üben nur.“

„Mein Mama!“

„Hast du einen Schreck gekriegt?“

„Ja.“

„Keine Sorge, das ist nicht ernst. So, nun bist du dran.“

„Ich kann das nicht.“

„Üben wir morgen weiter?“ gähne ich, es ist schon soo spät.

„Ja-a!“

Selbstverteidigung für Fünfjährige. Hat da noch jemand anderes eine gute Idee?

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§ 6 Antworten auf Wern

  • MiA sagt:

    Ich finde deine Idee prima!! Da kann ich noch was von dir lernen, habe mich als Kind nie „gewernt“ und mein Sohn läuft da beinah auf der gleichen Schiene…. Drücke die Daumen, dass es klappt und euer Riesensohn sich bald besser fühlt!

  • Mara sagt:

    In solchen Situationen ist er wieder ein kleiner Riese. Ich gehe einfach von dem Gedanken aus, dass Ich-Stärke in solchen Fällen am besten hilft. An der Größe kann es nicht liegen, die Kinder, die ihn ärgern, sind teilweise kleiner.

  • Andrea sagt:

    Finde ich toll!
    Ditte wird im Kindergarten gelegentlich von einem anderen Mädchen geärgert. Mit Verspotten und Zwicken. Für ein „hör auf!“ ist sie manchmal zu schüchtern, aber Hilfe bei Freundinnen suchen oder notfalls bei den Erzieherinnen klappt gut.

  • Mara sagt:

    ich stelle mir das so vor, dass er erst einmal hör auf brüllt, und wenn das immer noch nicht klappt, dann soll er bei der erzieherin zuflucht suchen. bisher sind seine hör aufs noch wirklich zart und leise. ditte hat ja noch einige jahre zeit, der kleine riesensohn wird in nicht allzulanger zukunft alleine unterwegs sein, ich hoffe, dass er sich bis dahin in sich selbst sicherer fühlt. (kinder können so fies sein)

  • turtleina sagt:

    Hand gerade nach vorne Strecken und Handfläche zeigen (so Polizisten like) und einfach STOP sagen, das haben wir in der KiTa immer bei den ganz kleinen schon gemacht. Ist nämlich ein einfaches Wort, aber dennoch ein ganz klares Signal.
    Für mich mit das wichtigste, dass Kinder klar sagen können was sie wollen und was NICHT, besonders wenn es um ihre eigenen körperlichen oder seelischen Grenzen geht.

    • Mara sagt:

      Ich pflichte dir bei! Dem kleinen Riesensohn sage ich auch, dass er sagen muss, was er will und was nicht. Die Halt/Stop-Geste werde ich sofort als Lektion verwende. Bei rosa Wunder hat es noch nicht so ganz geklappt, aber immerhin schon besser. 😉 Danke für den Tipp!

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