Kullerbeere

30. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Meine Kinder sind allesamt Kullerhasen, ganz der Vater. Der liebt es, wenn man ihm mit den Fingerbeeren ganz sanft den Rücken streichelt. Er schläft dann nämlich ein, was der Grund dafür sein mag, weshalb ich ihn nicht gerne kullere.

Mit dem Kullertrick haben wir gestern Maxe ins Bett bekommen. Zuvor habe ich die Zwillinge noch spielen lassen. Maxe hat nun das Parkhaus und einige Autos im Zimmer, Sohni die Holzküche und die Dup/osteine. Beide entschieden sich für das Parkhaus und gruppierten Anhänger, Busse und kleine Autos auf den verschiedenen Parkdecks, während ich mit angespanntem Powerhouse versuchte, meine Muskeln bei einigen Pilatesübungen zu entspannen. Nach drei Stunden Möbelrücken und Krimskrams umsortieren hatte ich ordentlich Muskelkater.

Pilates kann ich nie lange machen, wenn die Zwillinge dabei sein. Irgendwie ertragen sie es nicht, die Mutter entspannt durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen zu sehen, sie schnappen sich dann ein Buch und wollen lesen. So auch gestern. Gerade als ich mir ein Glas Wasser vorstellte, das ich auf meinem Rücken balancierte, ergriff Sohni das Nacht-Wimmelbuch und wollte lesen. Das taten wir dann auch. Auch das Winter-Wimmelbuch lasen wir, das Maxe anschleppte. Weitere Bücher lehnte ich ab, es war ja schon halb neun. Eine gute Zeit, wenn die Kinder das erste Mal seit zehn (!) Monaten in ihren eigenen Betten einschlafen sollen; so müde, wie sie dann sind, können sie sich nicht mehr großartig wehren.

„Es geht los“, warnte ich dennoch den besten Ehemann der Welt, „ich rechne mit 20 Mal zurück bringen, vielleicht auch 50 Mal.“

Sohni benötigte vier Anläufe und wurde dann noch dabei ertappt, wie er – sich die Augen reibend – vor seiner Küche stand, soeben im Begriff, ein Was-auch-immer zu kochen. Der beste Ehemann der Welt erklärte ihm, dass er morgen weiter kochen könne und kuschelte ihn erneut in seine Decken. Wehrlos schlief er dann ein, Licht sollte der Papa auch noch ausmachen.

Maxe benötigte sieben Anläufe. Vor dem siebten verfiel ich auf den Kullertrick. „Soll ich noch deinen Bauch kullern, Maxe?“ fragte ich ihn, als er im Bett saß und bei „Paaapa!“ zu schlafen verlangte. Sofort und bereitwillig zog er sein T-Shirt hoch und ich kullerte mit allen zehn Fingerbeeren, bis, ja bis ich entdeckte, wie seine Augen langsam zu klappten. Einschlafen sollte er aber alleine und so gab ich ihm einen Kuss und deckte ihn zu.

„Mehr Bau`, Mama!“ verlangte ein müdes Stimmchen.

„Morgen, Maxe“, tröstete ich ihn, „jetzt will ich schlafen.“

„Paaapa!“ jammerte Mäxchen.

„Papa und Mama schlafen heute in ihrem Bett, und die Kinder schlafen in ihrem Kinderzimmer“, erläuterte ich willensstark, „du bist ja jetzt ein großer Junge.“

Maxe ließ sich auf seine Decken sinken.

„Soll ich dich noch einmal zudecken, Spätzchen?“

„Ja“, hallte es dumpf.

Das letzte Mal zugedeckt und … ins eigene Bett gegangen. Den Sternenhimmel über uns, Mann und Frau nebeneinander, endlich wieder einschlafen, Arm in Arm und die Wärme und den Geruch des anderen einatmen.

P.S. Beide sind in ihren Betten geblieben, nur Maxe hat ab und an nach mir gefragt. Der beste Ehemann der Welt hat ihn mit: „Es ist noch nicht so weit, schlaf weiter, Maxe“, getröstet. Der Beginn einer neuen Ära … Baby, we did it!

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