Bobo, Bein und I-ii

3. September 2012 § 2 Kommentare

Unser Projekt „Liebling, wie kriegen wir die Kinder aus unserem Bett?“ verläuft erfolgreicher als erwartet. Mit kleinen Rückstößen.

Samstagnacht weinte der kleine Riesensohn, stöhnte „Aua!“ und zeigte auf seinen Hals. Ich nahm ihn mit in unser Bett.

Sohni wollte auch, aber er weinte nicht und konnte auch kein Aua vorweisen. Also redete der beste Ehemann der Welt engagiert, aber wirkungslos auf seinen Jüngsten ein, der trotzig auf der vorderen Bettbegrenzung saß wie ein Küken auf der Stange, bis die müdeste Mutter der Welt aus dem Bett fiel und sich in die Diskussion einklinkte. Eher zu meiner eigenen inneren Stärkung setzte ich ihm nochmals den Begriff „Kinderzimmer“ auseinander.

„Sohni“, hub ich streng an, während mich große braune Augen stumm musterten, „dies ist jetzt dein Kinderzimmer, das Sohni-Zimmer. Und das bedeutet“, Sohnis Blick hing wehmütig an meinen Lippen, „dass Sohni hier schläft, und Mama und Papa im Mama&Papa-Bett. Alles klar?“

Sohni ließ sich resigniert von der vorderen Bettbegrenzung auf sein Kissen und dann unter die Decke rutschen.

„Soll ich dich noch zudecken?“

„Ja.“

„Brauchst du noch etwas?“

„Bobo.“

Ich reiche ihm das Nachtlicht.

„Bein.“

Und Schwein.

„I-ii.“

Und drücke ihm Huhn in die Hand.

Und als ich mich noch einmal umdrehe, hat er sich schon auf die Seite gerollt und blinzelt aus halb geschlossenen Augen.

„`ute Nacht, Mama.“

„Gute Nacht, Sohni.“

Zwei Eltern sind wieder Paar. Und Zwillinge zwei große Kinder. Und das schlechte Gewissen pocht ganz leise.

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§ 2 Antworten auf Bobo, Bein und I-ii

  • Talili sagt:

    Guten morgen liebe Mara,

    Deine Post’s sind wie immer eine wahre Freude zu lesen. Zum einen, weil du einfach wirklich gut und „frisch von der Leber weg“ weg schreibst und weil man sich als Mama oder Papa doch immer wieder findet. Das mit dem schlechten Gewissen kennen wir auch. So ein ganz ganz fieses kleines pieken irgendwo hinteren Herzen, welches einen dazu veranlasst, doch „ja komm her mein Schatz“ zu sagen 😉 wir hatten das oft genug und oft war ich nachgiebiger als mein Mann. Und eigentlich gibt es auch keinen Grund ein schlechtes Gewissen zu haben. Unsere beiden sind jetzt wirklich so weit, dass wir sie in ihre Betten legen, sie sich dann noch eine Weile etwas „erzählen“, manchmal auch etwas lauter ;), der Große zieht dem Kleinen die Spieluhr auf und sie schaffen es selbst alleine einzuschlafen und das ist etwas worauf mein Mann und ich wirklich stolz sind. Mittlerweile ist es sogar so, dass der Große, wenn er z.B. krank ist und ich ihn dann doch lieber in meiner Nähe haben mag, gar nicht bei uns sein möchte und irgendwann von alleine von dannen zieht.
    Außerdem macht ihr es ja auch nicht auf die blöde Art mit schreien lassen und so. Kindgerecht, fair und liebevoll. So soll es sein und am Ende habt ihr doch auch alle etwas davon. Ich wünsche euch viel Freude an der neugewonnenen Zweisamkeit.
    Viele lieben Grüße
    Talili

  • Mara sagt:

    Hallo, Talili! Guten Morgen! Danke für deinen Kommentar! Manchesmal bin ich arg am Zweifeln, ob ich gewisse Dinge schreiben soll, aber dann kommt doch immer wieder die Rückmeldung „Das ist ja wie bei uns!“ und dann denke ich, ach komm…
    Ich habe unsere Kinder auch gefragt, ob sie nicht lieber in einem Zimmer schlafen wollen, aber sie wollen nicht… ich dachte nämlich, dass würde die Sache für alle erleichtern, aber nein. Tagsüber überwiegt im übrigen der Zimmerbesitzerstolz und ich denke, in ein bis zwei Wochen wird das Im-eigenen-Zimmer-schlafen ganz selbstverständlich sein. Und ich bin wirklich beruhigt, dass auch dich ab und an das schlechte Gewissen plagt, Mamas dürfen das auch haben. Liebe Grüße und dir einen schönen Tag, die Mara.

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