Das, was nicht gedacht werden darf.

6. September 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt einen Gedanken, den man als Mutter nie, nie, nie aussprechen darf. Am besten auch gar nicht erst denken.

„Wie schön“, dachte ich ihn am Dienstag vormittag, nachdem der beste Ehemann von allen sich zur dreitägigen Dienstreise verabschiedet hatte und alle Kinder im Kindergarten weilten, „meine Kinder waren ja schon wirklich lange nicht mehr krank.“

Dienstag nachmittag 16 Uhr. Ich suche Maxe im Kindergarten, nachdem ich Sohnis Auspuff gesäubert und ihn und Melek getränkt habe. Im Gruppenraum ist er nicht, auf dem Spielplatz auch nicht. Turnhalle? Fehlanzeige.

„Der Maxe?“ überlegt eine Erzieherin, die ich zum Thema befrage, „der ist mit Frau Jäger im Weidengarten.“ Im Weidengarten?

Tatsächlich, dort sitzen die beiden im Gras und Maxe schläft auf ihrem Schoß.

„Der hat ganz lange Mittagsschlaf gehalten“, bringt Frau Jäger mich auf den neuesten Stand, „und jetzt ist er gerade wieder eingeschlafen.“

Maxe ist heiß, aber das könnte auch von der Sonne kommen. Mit einem Kinderwagen-Buggy schiebe ich den armen Kerl nach Hause und lege ihn dort gleich in sein Bett. Melek und Sohni spielen im Hof.

Maxes Augen sind schwer, aber nicht so schwer, dass er nicht noch ein heiseres „Mama hia!“ herausbekommt. „Ich komme gleich wieder,  Schatz“, versichere ich ihm und renne die Treppen hinunter, um nach dem Rest der Bande zu schauen. Dann wieder hinauf, aber da ist der kleine Patient schon eingeschlafen. Gott sei Dank! Mit weit geöffneten Lauschern kümmere ich mich um die beiden gesunden Buben und telefoniere mit Elisabeth, die aber partymäßig in der nächsten Großstadt weilt. Bis sie hier wäre, naja.

Das Fiebermessen am Abend ergibt 38,2 °C und der Patient trinkt. Immerhin. Schlückchenweise. Also doch kein Krankenhaus. Stattdessen packe ich meine Mutter-Geheimwaffen-wenn-ich-mit-allen-dreien-allein-zuhause-bin aus:

Erstens: Sie dürfen „Lauras Stern“ gucken.

Zweitens: Ich spiele und lese mit ihnen, bis sie vor Müdigkeit schielen und sie den Vorschlag „Wollen wir ins Bett gehen?“ diskussionslos abnicken. Drei kleine Körper gleiten ohne Widerstand zwischen die Decken.

Am nächsten morgen schlafen wir alle aus und Maxe ist wieder fieberfrei. Und unser fragiles Gleichgewicht kippt wieder in eine stabile Position.

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