Aufstand der Gnome

7. September 2012 § 10 Kommentare

Heute Nacht waren sie wieder da.

Der einzige Selbstschutz, den ich mir zurzeit gönne, besteht darin, nicht auf die Uhr zu sphinxen, denn sonst wüßte ich ja, dass ich heute nacht um viertel vor zehn, halb elf, mitternacht, ein uhr und halb vier wach war, weil die Zwillinge brüllten.

Maxe brüllte im Schlaf und nachdem ich die Anamnesefragen abgearbeitet hatte („Trinken? Aua? Kuscheltier? Kuscheln?“ (jedesmal „Nein!“)), ließ ich ihn weiterbrüllen und wendete mich der bewährten Ich-zähle-bis-120-Methode zu.

Beim 26. Schluchzer („Ma-amaa!“) schlief er ein und ich folgte ihm wohlig ins Schlummerland.

Nachdem sich dieses Spiel noch zweimal wiederholt hatte, folgte Sohni mit einem traumhaften Wutanfall. Das ist wörtlich zu nehmen, denn er hielt die Augen geschlossen und schien im Schlaf zu brüllen. Nach erfolgter Ananmese (s.o.) wankte ich aus dem Zimmer und schloss die Tür, damit es ein wenig leiser werde im Schlafzimmer.

Fehler! Ganz böser Fehler!

Wie eine kleine Kanonenkugel schoss der Wutzwerg aus seinem Zimmer, brüllte in Richtung Ehebett, aus welchem ich bereits friedfertig die Arme streckte, um ihn in Empfang zu nehmen: „TÜR AUF, MAMA!“ mit einer Lautstärke, die mir trotz Ohropax das Blut in den Adern gefrieren ließ und rannte wieder in sein Zimmer, wo ich ihn bäuchlings und wutheulend auf seinem Bett vorfand.

Bei 120 nahm ich den um sich schlagenden Zwerg in die Arme, hielt die seinen fest und verfrachtete ihn in mein Bett. Ruhe. Dem Himmel sei Dank.

Das war der vorletzte Alarm. Irgendwann später schlich sich Maxe in unser Bett und blieb dort diskussionslos liegen. Glücklicherweise sind die Gnome noch so kurz, dass beide auf die Besucherritze passen, wenn man sie hintereinander anordnet.

Ist das jetzt die Aussicht in die Zukunft? Entweder Mann und Frau nächtigen getrennt, aber mit je einem Zwerg im Bett (dann können wir wenigstens durchschlafen) oder wir kultivieren unser Nachttheater?
So oder so sehe ich schwarz für unser Liebesleben.

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§ 10 Antworten auf Aufstand der Gnome

  • Die Hoffnung stirbt zuletzt: Das wächst sich aus…irgendwann…;-)

  • Dsungare sagt:

    Da bin ich echt mal gespannt wie das bei uns läuft, wenn unser Zwerg soweit ist, dass er selbständig in Mamas und Papas Bett kommen kann.

    Habe den Blog über Brigitte Mom entdeckt und würde mich über eine gegenseitige Verlinkung freuen.

    LG

    • Mara sagt:

      och, irgendwie ist das auch ganz süß… ab und an jedenfalls. 😀
      verlinkung gibt es erst nach dem dritten kaffee 😉

      fein, dass du hierher gefunden hast :D,

      liebe grüße, mara

  • Antje sagt:

    Liebe Mara,

    über Brigitte bin ich auf Deinen Blog gestoßen….hier toben auch drei Kinder rum…ein jetzt 13jähriger und die Zwillinge mit fast 10 Jahren. Irgendwann wird es besser…ganz ehrlich :-)) dann kommt nur noch einer ins Bett…..so jedenfalls bei uns..bis heute. Herrlich hier zu lesen…vorallem weil wir das schon durch haben und ich mich immer noch wundere, daß wir das ALLE überlebt haben. Grüße aus Bayern Antje

    • Mara sagt:

      wenn ich rückblickend auf das erste jahr schaue – ohauaha. überlebt habe ich auch, aber mit depression 😦 , die aber zurzeit eine großzügige pause macht 😀

      aber ich weiß noch, dass es ab dem ersten geburtstag eine art schnitt gab. ab da wurde es immer einfacher und ich habe mehr kapazitäten zum freuen,

      schön zu lesen, dass es eine zeit nach der kleinkindphase gibt 😀

      ganz liebe grüße in den süden,

      mara

  • Andrea sagt:

    Durchhalten!
    Wie sagte der freundliche Arzt? „Es kann ein paar Monate dauern“.
    Also Kopf hoch und von einem kleinem Rückschlag nicht entmutigen lassen ;-).

  • Sebastian sagt:

    Wenn sie schon drei sind… dann hast Du es in rund 15 Jahren geschafft, ein Ende ist also in Sicht…
    Dieses komisch „Liebesleben“ von dem Du am Ende schreibst, was soll das denn sein? Gehört habe ich davon schonmal, war das nicht etwas, dass nur nicht-Eltern haben können? 🙂

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