Einkaufen mit ohne

10. Oktober 2012 § 8 Kommentare

Es geht!

Was bisher undenkbar schien, wird möglich: Einkaufen mit drei Kindern.

Ohne Kinderwagen.

Ohne Bestechung.

Und ohne Diebstahl.

Was hat Maxe im letzten Jahr nicht alles geklaut, darunter Shampoo, Mückenstichsticks und Selbstbräuner, leider kam er nie an die Handykarten dran.

Busfahrt mit Lächeln

Ich berichte fast live und mit kaum unterdrücktem Stolz von unserem gestrigen Nachmittag:

Wir steigen nach dem Kindergarten in den Bus und ich gebe die Befehle aus: „Männer! Nicht ablenken lassen! Hinsetzen! Festhalten!“

Nachdem alle Kinder sich schon einmal im ruckeligen Bus wehgetan haben, funktioniert das wirklich gut. Die Mitfahrenden lächeln leise vor sich hin, als sich unsere kleine Karawane ganz nach hinten durch den Bus hangelt und sich brav hinsetzt.

„Tisss hia, Mama!“ deutet Sohni begeistert auf die Kofferablage.

Lehrbecken

Nach drei Stationen steigen wir schon aus. Wir könnten auch noch weiterfahren, aber der kurze Weg durch den Park tut uns gut und außerdem kommen wir am Ententeich vorbei.

Nur Sohni ist da noch nicht hineingerutscht, aber er kann Gefahren auch am ehesten einschätzen. Maxe ist am Sonntag hineingefallen, hat aber glücklicherweise das seichte Ufer erwischt und so reichte das Entenwasser nur bis zu den Knien. Melek war vor zwei Jahren im Wasser und beinahe bis zum Bauchnabel nass. Mir ist es aber lieber, sie erleiden den Schock im knietiefen Parktümpel als etwa am Rhein, während ein bis an die Stapelgrenze beladenes Doppelcontainterschiff vorbeipumpert, die ziehen nämlich ganz schön Wasser.

Geheimzahl mit Schmollmund

Den Ententeich lassen wir schließlich hinter uns und wenden uns der Postbank zu, wo sich die Zwillinge zum Spielecomputer absetzen, während Melek meine Geheimzahl erfahren will, was ich natürlich nicht will, dafür darf er aber die grüne Bestätigungstaste drücken.

Die bewährte Methode, die Zwillinge vom Postbank-Kindereck loszueisen, besteht darin, laut „Wer will ein Eis?“ zu rufen, das ist zwar ungesund, aber sollte unbedingt genutzt werden, bevor der Italiener in den Süden zieht, um deutsche Touristen in Italien zu bedienen.

Beim Supermarkt ergehen sich die kleinen Hasen in „Waaasssaa!“-Rufen (naja, bis auf Maxe, der beleidigt: „Baff!“ vor sich hin schmollt. Nein, du Süßer, am Abend gibt es keinen Saft mehr.), als wäre soeben ein Sonnensturm losgebrochen. Sie müssen sich gedulden, Wasser gibt es erst an der Kasse.

Kinderfreund

Zuvor darf Melek sich die Fertigbackmischung für seine Kindergartengeburtstagsfeier aussuchen. Er entscheidet sich für den Gugelhupf und die grellbunten Dekostreusel und während ich mich hoffnungslos frage, wie zum Geier ich die Streusel am Gugelhupf festkleben soll, marschieren wir als kleine Reisegruppe an die Kasse, wo der nette Kassierer trotz unseres Mini-Einkaufs jedem Kind zwei Sammelkarten-Päckchen in die Hand drückt und Maxe freundlich seinen Euro wiedergibt, als wäre es Wechselgeld, denn Meleks Zehneuroschein reicht locker für unsere paar Waren. Sohni dagegen entscheidet sich, seine Mohnfüllung erst gar nicht selbst zu zahlen und gibt mir direkt sein Geld zurück. Der Zehneuroschein reicht auch hier.

Danke, Herr De*chmann!

Schließlich deponiere ich die Kleinen vor Mickys Wunderladen im De*chmann (ob das alle hinterlistigen Muttis so machen?), um in Ruhe im DeEm nach Haarfärbemittel, einer Sonnenbrille (Herbstpreise zum Ausverkauf!) und Rutschersocken zu fahnden. Die Rutschersocken (ABS-Socken genannt 😉 ) schlagen ein Loch in mein Budget, sind aber schön und die Zwillinge haben endlich wieder Kindergartensocken, deren Gummisohlen nicht vor der Ferse enden.

Tja, und dann setze ich mich noch dazu, schaue mir mit an, wie Donald, Micky, Minni und Daisy die acht entflohenen Enten suchen und diese dann auch enervierend langsam immer wieder zählen. Als alle gefunden sind (es sind acht), rufe ich zum Aufbruch und fast ohne Zwischenfälle – nur zweimal liegt ein Zwilling auf dem Boden und schmollt – erreichen wir den Bus.

„Männer! Hinsetzen und festhalten!“ rufe ich und alle marschieren in die letzte Reihe, während die Mitfahrenden leise vor sich hin lächeln.

Advertisements

§ 8 Antworten auf Einkaufen mit ohne

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Einkaufen mit ohne auf Das zweite Kind sind Zwillinge.

Meta

%d Bloggern gefällt das: