Heute, Kinder, …

13. Dezember 2012 § 7 Kommentare

kommt der Papa wieder, nachdem er vier Tage die Welt bereist hatte. Informiert über die letzte mehrtägige Dienstreise wurde ich am letzten Freitag, weil er „es irgendwie vergessen hatte, dass da noch eine Tagung ist“. Der erste Kontakt also wieder: Gestern morgen.

„Hallo, Hase“, grüßt der beste Ehemann von allen durch das Telefon.

„Aha“, denke ich, „der will sicher wissen, welche Katastrofen ihn morgen hier erwarten.“

„Hier grassiert die Seuche“, gebe ich den Lagebericht durch, „Melek und ich sind krank. Maxe vermisst dich und hat heute morgen nach dir geheult wie ein Werwolf, weil ich ihm die falsche Tasse gegeben hatte. Sohni hat in den Gurt vom Rolladen vor dem Wohnzimmerfenster einen Gordischen Knoten gemacht. Wir sitzen jetzt im Halbdämmer, der Rolladen von dem anderen Fenster ist noch ganz, und wenn man die vier Kerzen des Adventskranzes alle auf einmal anmacht, ist es auch irgendwie urig. Heute nacht um halb eins war Gnomeparty in meinem Bett. Maxe hat geheult, weil er nicht unter meine Decke durfte. Davon ist Sohni aufgewacht und hat auch geheult. Vielleicht ist er auch von Meleks Gemecker wachgeworden, dem schlecht geworden war. Der wollte auch unter meine Decke.“

„Und durften sie?“

„Maxe habe ich gesagt, er könne auch in sein Bett gehen, wenn es ihm nicht passt, unter Papas Decke zu schlafen. Dann wollte er nicht, dass Sohni auch in deinem Bett schläft. Sohni hat natürlich zurückgemeckert. Aber hallo, also habe ich Maxe gesagt, dass er sich gerade in meinem Bett befindet und er hier überhaupt gar nichts zu melden hat. Da war er ruhig.“

„Eine gute Argumentationsstrategie!“

„Naja, Melek hatte Fieber, der durfte. Und hat mich mitgeglüht. Maxe kam dann sukzessive nachgerückt, der Schlingel. Ehrlich, morgens um halb sieben fühlte sich an wie nachts um zwei. Nach zwei Flaschen Wein.“

„Und, heute noch Schlitten fahren?“

„Machst du Witze? Der Schnee ist schon wieder weg. Da liegt nur ein bisschen auf den Dächern. Und vergiss den Riesenblumenstrauß nicht, wenn du heimkommst. Oder das Buch `Zellgeflüster´, das geht auch. `Pflanzenpalaver´ ginge auch.“

„Hallooo?“ Der beste Ehemann von allen lässt sich nie ein schlechtes Gewissen machen.

Und bei näherer Betrachtung stelle ich erstaunt fest, dass doch ungewöhnlich viele Männer immer wieder heimkommen. Ist vielleicht gar nicht so selbstverständlich. Willkommen, bester Ehemann von allen!

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