Vom Fortschritt in der Weihnachtsfeierdurchführung

3. Januar 2013 § 6 Kommentare

Wir sind wieder da!

Nach sechstägiger Trennung  – Mara mit Maxe bei Freundin in Frankfurt, Väterchen mit dem Rest der Herde Verwöhnurlaub bei Oma – wurde das gestrige Wiedersehen der Gebrüder mit Jubel, Herumhüpfen und diversen Beulen gefeiert, während die Eltern die Waschmaschine fütterten.

Den Maxe hatte ich bei meiner Reise dabei, damit er die Ruhe und Zweisamkeit findet, um mit dem Sprechen voranzukommen. Der geneigte Leser erinnert sich dunkel an Mutters interne Fristsetzung bis Januar, bevor sie einen Termin mit der Pädaudiologie vereinbart. Auch wenn grammatikalische Strukturen bisher noch arg fremdeln, packt Maxe immerhin schonmal zwei Worte in eine Aussage und ist damit meilenweit entfernt von seinen einsilbigen Wortmeldungen.

„Papaaaa Hauseeee!“ ist so ein Beispiel für einen Satz, der nachts um halb drei gleich mehrfach während eines Wutanfalls aus ihm herausbrach, weil Mütterchen nicht verstanden hatte, was der Junge wollte. Das muss ja auch frustrieren, und das wiederum war wohl der Auslöser für diesen dramatischen Heimwehschub.

Und morgens um halb sechs gelingt schon ein bombastisches vierwörtriges Satzungetüm wie „Licht an Mama Brot!“ Glücklicherweise ließ sich das Frühstück durch Intensivkuscheling noch um zwei Stündchen herauszögern.

Im Gegensatz zu ihrem Bruder zeigten Melek und Sohni keine Anzeichen von Heim- oder gar Mamaweh. Meistens waren sie so beschäftigt, dass sie nicht einmal Zeit hatten, um mit mir zu telefonieren.

Sohnis Beschreibung vom großmütterlichen Haushalt ist ein einziges großes Staunen. „Oma Filme groß!“ gefolgt von einem hundsgemein süßen, mit Kopfnicken begleitetem „Mmmhja!“, das dem staunenden Zuhörer die Echtheit der Aussage bestätigen soll. Oma hat also einen großen Fernseher. 😉

Nun gehört es zu den Freuden eines Omabesuches, dass die Kinder mit mehr Gepäck zurückkehren als sie losgezogen sind.

Wir haben also jetzt sechs Kuscheltiere mehr, wovon eines neu erworben und die übrigen aus dem Bestand der Oma stammte, von denen wiederum mindestens zwei aus meinen (frühkindlichen) Beständen stammen.

Außerdem nennt Melek jetzt einen Bottich mit Meeresgedöns sein eigen, wobei der pädagogische Wert ein wenig unter dem Maßstabsdeasaster leidet. Wie erkläre ich jetzt den Kindern, dass Seehunde normalerweise kleiner sind als so ein Pottwal, vom Biber mal ganz zu schweigen, der sogar den Pottwal mit einem Haps ins Jenseits befördern könnte. Hatte ich eigentlich die 56 Klammerpuppen, die neue Jacke, Mütze und zahlreiche T-Shirts und Hosen schon erwähnt?

Insgesamt ist meine Weihnachtsbilanz unglaublich positiv: Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Feiertage prima verlaufen. Die Krippe ist trotz einiger Erdbeben im wesentlichen unbeschädigt geblieben, der Weihnachtsolivenbonsai grünt, und Maria habe ich im Zahnbürstenregal wiedergefunden. Das Dromedar wird auch wieder auftauchen, ich hatte bisher nur keine Lust, in den Wollmäusen unter dem Sofa herumzustochern. Der Adventskranz nadelte nicht, nur zwei Engel wurden entführt, aber die hatte ich auch nicht festgebunden. Die Weihnachtsdeko ist komplett heile geblieben, bis auf die eine Christbaumkugel, die Maxe sich um den Hals gehängt hatte, bevor wir zum Kinderzahnarzt aufgebrochen sind, und wir waren sogar zweimal insgesamt in der Kirche. Und trotz aller Plastikweihnachtsmänner, falscher Nikoläuse und blinkenden Lichterketten hat Melek doch erkannt, was wir unseren Kindern so gerne vermitteln wollen.

„Das da in der Krippe, Mama“, flüsterte er in der Kirche, während der Mann im rot dekorierten Sessel die Weihnachtsgeschichte vorlas, „das ist der Gott.“

„Ja“, flüsterte ich zurück, „das ist Jesus. Der hat sich ganz klein gemacht. Für uns.“

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