„S´ön, Mama!“

15. Februar 2013 § 14 Kommentare

Warum nur ist die Auswahl einer neuen Brille für die (derzeit) einzige Dame im Hause mit solch unsagbaren Hindernissen verbunden?

Auswahlqualen Teil 1:

Vor einer Woche:

Ich präsentiere meine Auswahl aus dem Brillengeschäft:

„Mach mal die Augen zu und jetzt gucken.“

Der ansonsten beste Ehemann von allen guckt und fragt: „Gibt es denn da gar keine Beratung im Brillenladen?“

*seufz* „Nagut, die nächste. Schau!“

„Nicht so gruselig wie die erste.“

„Eine habe ich noch.“

„Brillen stehen dir irgendwie nicht.“

Das ist doch nicht hilfreich, oder?

Also war ich am Dienstag mit den Zwillingen im Brillengeschäft und habe im Gegenwind widriger Umstände  die drei entliehenen zurückgegeben und zwei andere Brillen ausgeliehen. Und das war so:

Auswahlqualen Teil 2:

„Entschuldigen Sie bitte die Krümelei, das war jetzt die einzige Möglichkeit, die Zwillinge ruhig zu halten.“

„Äh, ja, hm, kein Problem, gehen Sie schon mal nach hinten durch.“

„Männer, hinsetzen, Schuhe vom Stuhl. Sohni, Achtung, du bist mit dem Fahrradhelm gerade gegen die Brillen gestoßen! Also, die hier gefällt mir ausnehmend gut, allerdings müsste sie höher gesetzt werden und können Sie den Steg verschmälern?.“

„Das geht leider nicht. Also hochsetzen geht, aber den Steg kann ich nicht schmaler machen.“

„Dann brauche ich sowas Ähnliches.“

„Wie wäre es mit dieser hier, Frau Solanum?“

„Ich teste mal. Ah! Die ist schön.“

„Und hier noch eine im Vergleich?“

„Nee, da sehe ich aus wie eine Eule; sehen Sie? Die Pupillen sind zu weit innen, das Glas ist zu groß.“

„Naja, bei Ihrer Kopfform müssen die Gläser schon so weit sein…“

„Maxe, das ist ein BRILLEN(!)Putztuch!! Hier, nimm das Taschentuch. Hm, ich teste noch mal diese hier.“

„Die finde ich auch schön an Ihnen. Sogar besser als die davor.“

„Finger weg! Nicht auf den Spiegel patschen! Nur gucken, nicht anfassen!“

„Mamaaa!“

„Was ist? Maxe? Hast du???  Du riechst nach … Ach, du meine Güte!! Eigentlich ist er trocken. Haben Sie irgendwo eine Toilette?“

Kunden, die man nie vergisst…

Auswahlqualen Teil 3:

Gespräche unter Liebenden:

„Also, ich nehme jetzt diese Brille. ES SEI DENN, du kommst nochmal mit und hilfst beim Aussuchen.“

„Nö, nö, nimm die nur. Wenn du dich damit auf die Straße traust.“

„Hmpf.“

„Wie teuer ist die denn?“

„Das sage ich lieber nicht. Oder kriege ich einen Brillenzuschuss?“

Und jetzt habe ich es getan. Gestern habe ich sie bestellt. Melek hat unentschieden mit den Daumen gewackelt. Aber auf die Zwillinge ist Verlass.

„Und Männer, wie findet ihr die Brille? Schön, oder?“

„Ja! S`ön, Mama!“

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§ 14 Antworten auf „S´ön, Mama!“

  • aleXXblume sagt:

    OMG, du Arme! 😀 Männer sind einfach Shoppinglegastheniker… Aber ich bin mir sicher, dass du jetzt die Brille hast, die DIR gefällt. Auch gut. Ist es eine Lesebrille?
    Übrigens würd ich gerne öfter kommentieren, aber ich les‘ meinen RSS Feed zur Zeit meistens abends im Bett auf dem iPad – und da gibt es irgendeinen blöden Bug, der verhindert, dass ich kommentieren kann 😦

  • Mara sagt:

    Shoppinglegastheniker, hach, sehr schönes Wort! Nein, keine Leserbrille, sondern für allerlei. Es ist so eine altmodische oder Retro-Brille, und es war Liebe auf den ersten Blick. Um den Ehemann mache ich mir keine Sorgen, der hat sich bisher an alles gewöhnt 🙂 . Und den blöden Bug mach platt, ohne deine Kommentare fehlt hier was. 🙂

  • Mamachaos sagt:

    Kenne ich, habe auch so ein Exemplar zu Hause. Sehr anstrengend manchmal und desillusionierend! Der Liebste kann meine grösste Euphorie mit nur einem Blick im Keim ersticken!
    Die Brille ist bestimmt toll, vielleicht hast du Lust mal ein Bild zu zeigen!
    Liebe Grüsse
    Nathalie

    • Mara sagt:

      Mmh, schwierig, wo ich doch anonym bleiben will. *amkopfkratz*
      Ich fühle im übrigen mit dir, was Ehemanns Euphorie angeht. Ist hier auch so. Einmal musterte er mein Ansichtsexemplar eines Kleides und sagte dann: „Hast du dich schon von Elisabeth auslachen lassen?“ 🙄 😉 immerhin ist er gnadenlos ehrlich, da weiß ich, woran ich bin.

  • Hatte ähliche Erlebnisse mit Kindern beim Frisör. Beim nächsten Mal lieber eine Freundin mitnehmen?

    • Mara sagt:

      Bei der Bestellung hatte ich nur Maxe dabei. Ein Maxe, der in seinem Anhänger saß und fröhlich „Ka*kawuas“ vor sich hin sang, während der Optiker seine Zettelchen ausfüllte. Ansonsten gebe ich dir völlig recht.

      • nickel sagt:

        *kicher*
        Damit habt ihr sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und vielleicht sogar einen unanständigen Ohrwurm 😀
        *kringel*

  • nickel sagt:

    Also ich habe ja AB!SO!LUT! kein Brillengesicht, aber in einer gewissen Filiale von einem Brillenladen, der viel Werbung macht, wurde ich eines Mannes fündig, der sich totaaaaal gut darauf versteht, die richtige Brille für den richtigen Kopf zu finden. Er hat mir tatsächlich eine gezeigt, mit der selbst ich mich auf die Straße trauen würde.
    Hab sie aber nicht gekauft, lohnt sich bei 0,25 einfach nicht. Höchstens als Lesebrille, aber als solche war sie mir leider zu teuer.

  • Ich habe meine letzte Brille ganz allein ausgesucht, nur mit der Hilfe des Verkaufspersonals.
    Das hat so gut geklappt, dass niemand (außer meinem Mann) bemerkt hat, dass ich eine neue Brille trage, und das, obwohl ich von einer mit dickem Metallrand auf eine rahmenlose umgestiegen bin. Darüber war ich aber ein wenig enttäuscht ;-).

    • Mara sagt:

      Das Verkaufspersonal findet leider alle Brillen gut. Oder mir stehen einfach alle! Das wäre die positive Erklärung. Aber diese Brille – das war einfach Liebe.
      Ob hier irgendwer meinen Retro-Chic bemerkt, werde ich berichten.

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