Von kooperativen Drehtüren und doppelten Betreuungswundern

22. Februar 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

In meiner ersten Ausbildung habe ich gelernt, dass zufriedene Kunden ein gutes Erlebnis nur einmal weitererzählen. Unzufriedene Kunden geben ihr schlechtes Erlebnis gleich zehnmal weiter.

Daran musste ich denken, als in den letzten Tagen eine Menge Gutes vom Himmel fiel.

Wildkohl auf Helgoland

Nein, also der fiel nicht vom Himmel, aber am Mittwoch freute sich der Betreuer meiner Diplomarbeit so sehr über die Aussicht, ein Wild-Kohl-Foto am Originalstandort zu bekommen, dass ich mich gehörig mitfreute. Botanikerfreuden eben. 😉

Außerdem freute ich mich über die Email einer aufmerksamen Leserin, die mir einen Link zu einer Broschüre schickte, in der sich ein Wildkohl-Foto am Originalstandort befindet: Kohl vor roten Felsen. Welches Foto ich dann nehme, muss ich noch entscheiden, bzw. nach den Rechten und Kosten fragen.

Mit 150 in die Zielgerade.

Und jetzt weiß ich auch, wieviele Seiten ich maximal füllen darf: Einhundertfünfzig. Mit dem dezenten Hinweis, dass man lange Listen auch in die Anhänge verweisen kann. Das passt ganz gut, denn derzeit kalkuliere ich mit 142 Seiten. Dann ist zwar immer noch nicht alles behandelt, was ich behandeln sollte, aber ich konnte meinerseits einen ebenfalls dezenten Hinweis unterbringen, dass ich innerhalb eines Honorarvertrages gerne den Rest abarbeiten werde. 🙂 Dann werd ick reich. Aber janz dicke. Bestimmt.

Türlein-dreh-dich.

Nach dem Betreuer-Gespräch traf ich mit Maxe-immer-noch-krank, der inzwischen im Kinderwagen eingeschlafen war, an der Uni-Bibliothek ein. Inzwischen gibt es dort sogar eine Rampe für die Rollstuhl- und Kinderwagenfahrer. Allerdings scheitern die Kinderwagenfahrer dann an der Drehtür. In meinem halbherzigen Versuch, den Zwillingskinderwagen zwischen zwei Glastüren zu quetschen, um doch noch die heiligen Hallen zu stürmen, wurde ich von dem Bibliothekar unterbrochen, der mich zunächst einmal um das Gebäude herum schicken wollte („Da ist der Diensteingang, da können Sie einfach durch.“), dann aber innehielt und fragte, ob ich die Bücher nur abgeben wolle. „Naja, eigentlich schon, aber von dem hier brauche ich wieder eines.“ Und da verschwand der gute Mann in der Drehtür und tauchte wenig später wieder auf: Er hatte mir das Lehrbuch, das man eigentlich nämlich nicht verlängern kann, einfach erneut ausgeliehen, und das war – oh Wunder – die neueste Ausgabe, also die, die man eigentlich nicht so ohne weiteres bekommt. Genauer gesagt, habe ich die bisher nur ein einziges Mal entliehen. Sonst standen immer nur die älteren Ausgaben im Regal.

Einmal Sonne, bitte.

Grund genug, sich noch eine Runde Spazierengehen an der Sonne zu gönnen. Maxe war dick eingemummelt in seine gelbe Decke und wachte erst wieder auf, als wir die S-Bahn erreichten. Schnell nach Hause zum zweiten Mittagsschlaf.

Nur einer, sonst keiner.

Bisher sind wir von Maxes aktueller Magen-Darm-Erkrankung verschont geblieben, die sich ohnehin in pflegeleichten Grenzen hält. Abgesehen davon, dass das arme Kind Film-technisch nun völlig übersättigt ist („Trotro, der kleine Esel“), hat er nur zweimal erbrochen, zweimal übelriechende Windelinhalte produziert („Maxe, kranke große Jungs dürfen noch einmal Windeln anziehn.“) und ansonsten in erster Linie geschafen. Und gestern ist das vorerst letzte Wunder geschehen: Die Mama von Jan (ich kann mir nie merken, wie die Eltern mit Vornamen heißen) fragte, ob Melek sie mal besuchen wolle.

„Heute?“ fragte ich vorsichtshalber.

„Gerne“, lächelte sie.

Wunder mit Verlängerung.

Und da war ich einen Teil meiner Sorgen los: Wie überlebe ich den Abend mit drei Jungs, einer davon in Quarantäne, ohne dass der Vati in absehbarer Zeit aufkreuzt? Der weilt derzeit nämlich in Berlin. Oder Kiel. Vielleicht auch München.

Und noch ein Wunder: Als ich Melek um halb sieben abholen wollte, fragte mich die Jan-Mutter (zum Kuckkuck, wie heißt die denn bloß?), ob er noch bleiben könne, sie würde ihn dann später heimfahren. Gegessen habe er auch schon…

Ja, was denn??

Kurzum: Die Zwillinge schliefen schon, als der kleine Riesensohn heimkam, noch malte, ins Bett fiel und schon eingeschlafen war, bevor ich das Zimmer verließ.

Ein wirklich dickes Danke-Telegramm in den Himmel!

Dass ich mich heute aus dem Haus gesperrt habe, der Ehemann in Dresden weilt, der Schlüsseldienst erst heute abend kommen kann und ich daher mit Nachbars Hilfe ein Loch ins Badezimmerfenster gehauen habe – das erzähle ich dann später mal.

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