Turm oder Bullerbü?

5. März 2013 § 8 Kommentare

Das Grundschulthema verfolgt uns schon seit mehr als einem Jahr. Vor einem Jahr war ich gegen eine Einschulung, die Erzieherin dafür. Dann war sie dagegen und ich unsicher. Letzendlich hat es dem kleinen Riesensohn dann doch gut getan, doch noch ein Jahr in den Kindergarten zu gehen, und als „Kann“-Kind ist das auch völlig in Ordnung.

Vor einem Jahr sollte auch Emil, der beste Kindergartenfreund des kleinen Riesensohnes eingeschult werden. Dann doch nicht. Dann doch. Dann nicht.

In diesem Jahr sollten nun beide eingeschult werden, doch liegt unsere Straße außerhalb des Schulberzirks der Bullerbü-Schule, Emils Straße dagegen gerade noch innerhalb.

Also habe ich den kleinen Riesensohn, risikofreudig wie ich bin, in Bullerbü angemeldet, und zuerst sah es gut aus. Die Schulleiterin meldete geringe Anmeldezahlen, doch dann kamen einige Nachzügler hinzu und für uns die Absage: Kein Platz.

Das tut mir sehr leid für den kleinen Riesensohn, werden doch fünf (oder noch mehr?) Kinder seiner Säbelzahntiger-Gruppe Bullerbü besuchen dürfen.

Und nun? Nun haben wir heute um 11 Uhr ein Gespräch mit der Schulleiterin der Turmschule. Ich bin aufgeregt wie vor einem Bewerbungsgespräch. Können die uns ablehnen?

Laut Schulamt sind nämlich drei andere Grundschulen für uns vorgesehen. Eine davon mag ich gar nicht, eine fände ich gut, doch geht aus dem Kindergarten niemand dorthin, und eine liegt zwei Stadtteile weit entfernt.

Die Turmschule hat unbestreitbare Vorteile: Sie ist klein, hat ein übersichtliches Kollegium, ist zu Fuß erreichbar, bietet Schwimmunterricht und eine kleine Bibliothek, und die Klasse sind mit maximal 26 Kindern gefüllt. Außerdem gibt es einen aktiven Förderverein, in dem ich gerne mitwirken werde,

Auch dass sie katholisch ist, gefällt mir, denn der beste Ehemann von allen und ich sind gläubig und wollen diesen Glauben gerne unserem Nachwuchs vermitteln. Allerdings sind wir nicht einmal mehr evangelisch, sondern gehören zu einer freien evangelischen Gemeinde. Nun habe ich keine Hemmungen mit Christen anderer Konfessionen zusammen zu feiern, habe aber schon zu Studentenzeiten gemerkt, dass es einen Unterschied gibt zwischen katholischen Menschen und nicht katholischen Menschen. In den Gottesdiensten des katholischen Studentinnenwohnheimes durfte ich kein Abendmahl bekommen. Nur mal so als Beispiel.

Und was ziehe ich an? Schwarze Hosen und schwarze Jacke sind vielleicht ein bisschen duster. Aber ich habe nichts anderes. Und die Haare sind frisch dunkelrot gefärbt. Zusammen mit Retro, meiner Brille, sehe ich aus wie eine Künstlerin aus der Gothic-Szene, aber nicht katholisch.

Mal schauen, wo die Hemden sind. Vielleicht lauert noch ein frisch gewaschenes weißes Hemd im Wäschekorb. Und wo ist eigentlich das Bügeleisen?

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§ 8 Antworten auf Turm oder Bullerbü?

  • tine sagt:

    Das klingt gut, viel Glück!

  • MiA sagt:

    Und, wie ist es gelaufen?
    Ich bin auch katholisch… aber lieb 🙂 (Habe ja auch evangelisch geheiratet, hihi)

    Liebe Grüße,

    MiA

    • Mara sagt:

      Alles wird gut! Die Turmschule ist prima! Nur 23 Kinder pro Klasse (maximal 25), eine schönes Gebäude, ein übersichtliches Kollegium, katholischer Religionsunterricht und dass wir keiner Landeskirche angehören, spielt keine Rolle. Ich habe extra gefragt, ob die Kinder das zu spüren bekommen, wenn sie nicht katholisch sind. Früher war das wohl so … Melek mag die Schule auch. Auch die Leiterin ist toll. Ihre Augen strahlten, als sie von ihrer Schule berichtete, die liebt ihren Job! Ich bin jedenfalls mehr als froh, alle Erwartungen wurden übertroffen, und sogar einen OGS-Platz bekommen wir sehr wahrscheinlich. Danke der Nachfrage! Dir alles Gute, gerade in diesen Zeiten!
      Mara

  • vierachtel sagt:

    Dein letzter Kommentar liest sich gut! Das freut mich für dich, dass das leidige Schulthema mit dieser Wahl entlastet wurde.

    • Mara sagt:

      Und ich bin immer noch sehr glücklich. Auch Melek erzählt jetzt überall stolz, dass er in die Turmschule geht. Und die anderen Freunde müssen wir halt nachmittags treffen. Ich hoffe, der Kontakt hält sich.

  • Nessa sagt:

    Oh, das klingt ja gut, auch wenn’s nicht die Bullerbü-Schule geworden ist, aber die Turmschule macht deiner Beschreibung nach einen wirklich guten Eindruck 🙂

    Ich mache gerade Praktikum an einer Grundschule, an der ich die ganze Zeit das Gefühl habe, dass die Kinder dressierte Zirkustiere sind und finde das ganz grausam. Rituale und Regeln finde ich sehr gut und wichtig, aber diese Schule ist eindeutig überritualisiert! Ich hoffe einfach nur, dass ich mein Referendariat an einer Schule machen kann, die zu mir und meinen Vorstellungen passt, denn Zirkustiere dressieren mag ich gar nicht! 😉

    Der Kontakt zu den Kindergartenfreunden hält bestimmt, aber dein Sohn lernt bestimmt auch viele neue Freunde in der Schule kennen 🙂

    • Mara sagt:

      Das wäre mir auch ein Graus, und ich hoffe, dass das dort nicht der Fall ist. Dort werden aber Selbstbehauptungskurse durchgeführt, ein Theaterstück gegen sexualisierte Gewalt, die katholischen Rituale werden nicht verlangt (Kreuz schlagen beim Kirchgang o.ä.), aber erklärt und die Eltern scheinen sich dort sehr zu engagieren, was für ein gutes Klima spricht, wie ich finde. Als ich sie auf Personalwechsel ansprach, sprach sie nur von Wechseln im Schwangerschaftsfall, ansonsten ist es recht konstant. Das spricht auch für ein gutes Klima. 🙂 Sicher wird es auch etwas zu kritteln geben, aber insgesamt macht mir das den Eindruck, dass ein respektvoller Tonfall herrscht. Was man sicherlich nicht von allen Institutionen behaupten kann, s. Merle.

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